Blumenküche: Rosen zum Essen | Food & Farm
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Blumenküche: Rosen zum Essen

Rosen

Die Königin der Blumen wird entblättert. In der hessischen Wetterau wachsen Rosen – für die Küche. Sie landen im Marmeladenglas, im Salztopf und im Butterteller. FOOD & FARM war zu Gast in der Rosenschule Ruf und hat den Experten in der Erntezeit über die Schulter geschaut.

Vor über 20 Jahren haben Werner und Sabine Ruf ihre Rosenschule im hessischen Steinfurth, einem der größten deutschen Rosenanbaugebiete, auf ökologischen Anbau umgestellt. Sie ist gelernte Baumschulerin, er Rosenbauer in dritter Generation. An ihre Rosen kommt nur organischer Dünger, Kompost und Mist der eigenen Tiere. Denn was immer Pflanzen über ihre Wurzeln und Blätter aufnehmen, lagert sich ein.

Die Pflanzen – zum Essen oder zum Anbeten – gedeihen auf sieben Hektar und sind sehr anspruchsvoll. Nach zwei Jahren auf dem Acker werden die Edelrosen geerntet und die Erde ist rosenmüde. Zehn Jahre lang muss sie sich erholen, ehe Rosen am selben Standort wieder groß und stark werden können. Pro Jahr ernten Rufs gemeinsam mit ihren Angestellten und Helfern aus dem Ort rund eine Tonne Blüten. Diese verarbeiten sie selbst oder liefern sie an Partnerbetriebe. Ab Hof kann man frische Blüten auch kiloweise sowie Rosenblütenmus für eigene kulinarische Experimente kaufen. Der Großteil der Ernte wird jedoch in einem Umluftgehäuse gestapelt, das den Blüten die Feuchtigkeit entzieht. Aus sechs Kilogramm frischen wird in kurzer Zeit ein einziges Kilo federleichter Rosenblütenblätter.

Im Haus mag Sabine Ruf übrigens keine Rosendüfte. Viel betörender findet sie, wenn das Bouquet von Rosen aus ihrer Küche zieht. So finden Kunden im Online-Shop oder Hofladen Rosenmarmelade, Rosensirup, Rosenlimonade, Tee aus getrockneten Blüten und Hagebuttenaufstrich. Es gibt Rosen im Öl und im Essig, in der Butter, fein zerrieben im Zucker, im Salz, sogar im Kaffee. Wer sich selbst einmal an die kulinarische Seite der Blumenkönigin wagen möchte, der findet in der FOOD & FARM übrigens ein Rezept für hausgemachten Rosenlikör.

Food & Farm ist das Magazin für eine bewusste und genussvolle Lebensweise und wendet sich zudem an Menschen, die die ein oder andere Zutat für die Küche selbst anbauen möchten – ob im Garten, auf dem Acker oder Balkon. Denn wir wollen wissen, woher unser Essen kommt! So präsentieren wir in der dritten Ausgabe 2017 ein Grill Spezial, Kulinarische Städte-Trips, Kräuterschätze, zahlreiche herrliche Rezepte, Rosen zum Essen und Gemüse für den Balkon. Auch ein Extra-Heft darf natürlich nicht fehlen: Dieses Mal erfahren Sie darin alles zum Thema Erdbeeren. Interessiert?