Bier-Test: Sommeliere nimmt acht Pils-Sorten unter die Lupe | Food & Farm
FOOD&FARM auf reisen: So geht Feldwirtschaft auf Afrikanisch
30. August 2017
Finden Sie Online-Hofläden in Ihrer Nähe
30. August 2017

Bier-Test: Sommeliere nimmt acht Pils-Sorten unter die Lupe

Bier ist in aller Munde, vor allem solches aus kleinen, unabhängigen Brauereien. Das könnte man zumindest meinen angesichts der vielen Geschichten, die man über die hippe Craft-Bier-Szene hört und liest.

Die Verkaufszahlen zeigen allerdings, dass in Deutschland (noch) überwiegend Erzeugnisse der großen Brauereien konsumiert werden. Dabei handelt es sich in der Mehrheit um Biere nach Pilsener Brauart. Wir haben deshalb vor allem gängige Sorten aus dem Supermarkt getestet; die meisten von ihnen sind für weniger als einen Euro pro Flasche zu bekommen.

 

Mareike Hasenbeck ist Biersommeliere

 

Unsere Expertin hatte Respekt vor der Blindverkostung – denn die Unterschiede bei den beliebtesten Pilssorten sind erfahrungsgemäß gering. Mareike Hasenbeck hat schon weit mehr als 1000 Biertastings hinter sich. Bei großen Wettbewerben probiert sie schon mal locker Dutzende Biere an einem Tag. Für unseren Test mit acht Sorten konnte sie sich also richtig Zeit nehmen.

 

Für das Kulturgut Bier gilt bekanntlich das Reinheitsgebot von 1516 – hinein dürfen nur Wasser, Gerstenmalz und Hopfen. Und tatsächlich zeigen Tests verschiedener Institute, dass die Mehrheit der Biere beste Qualität vorweist.

Ob im Test oder am Tresen – für Bier gilt das Gleiche wie für alle Genussmittel: Es muss schmecken. Doch da Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, lohnt es sich, ein wenig auf Pilssuche zu gehen. Denn wer will schon sagen müssen: „Das ist nicht mein Bier!“?

 

Beck’s

 
Gegründet 1873 in Bremen, gehört heute zum größten Brauereikonzern, Anheuser-Busch InBev. Beck’s war 2016 das beliebteste Pils Deutschlands. Unser Einkaufspreis für die 0,33-Liter-Flasche: 1,09 Euro + 0,08 Euro Pfand

  • OPTIK: „Der Schaum ist stabil, feinporig, schön weiß. Das Bier ist goldgelb.“
  • DUFT: „Es ist sehr malzdominant. Und es hat das, was Bierprofis Lichtge- schmack nennen. Der Geschmack ist schwer zu beschreiben. Er entsteht, wenn Bier zu viel Licht abbekommen hat. Vielleicht, weil es in einer grünen Flasche steckte – dann war es Absicht.“
  • TEXTUR: „Wenig Spritzigkeit, wenig Kohlensäure – es geht aber trotzdem im Mund gut auf.“
  • GESCHMACK: „Den erschnupperten Lichtgeschmack schmecke ich. Es hat eine Malzigkeit, eine leichte Herbe (im Fachjargon ,Bittere‘), eine Zitrusnote.“
  • FAZIT: „Beck’s weiß natürlich um diese Besonderheit, die viele mögen. Für ein Top-Pils fehlt mir hier die Herbe.“

 

Weitere Sorten im Test: 

 

Pilsner Urquell
Lammsbräu
Jever
Flensburger
Perlenbacher
Augustiner
Tipsy Gypsy

 

Wie die anderen Sorten im Test abgeschnitten haben sowie Hintergründiges zum Thema Pils und die richtige Art, es zu trinken, lesen Sie im neuen Heft 
FOOD & FARM 5/17.