Dieses Holz passt zu Ihnen | Food & Farm
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Dieses Holz passt zu Ihnen

Text: Gerd Schild

Wohlige Wärme und eine entspannende Atmosphäre – ein Feuerchen, sei es draußen auf der Terrasse oder drinnen im Kamin, ist eine tolle Sache und für viele Menschen ein Herzenswunsch. Aber hätte jeder Haushalt einen Kamin oder einen Ofen und würde damit heizen, dann hätten wir alle ein Problem – selbst in deutschen Vorstädten herrschte Smogalarm.

Damit also bei der aktuellen Kamindichte  die Luft nicht schlecht wird – oder das Verhältnis zum Nachbarn – sollten Feuerfreunde bei der Auswahl des Brennstoffs und bei der Technik einiges beachten und sich gut informieren.

FOOD & FARM befragte Schornsteinfeger, Kaminbauer und Förster und wollte wissen, welches Holz optimal brennt, wie man es am besten entzündet, und erkundigte sich zudem nach Möglichkeiten der Beschaffung.

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Foto: Pixabay

Brennholz selber sammeln oder sogar sägen

Wer sein Holz nicht kaminfertig im Handel kaufen möchte, hat einige andere Möglichkeiten, um an den Brennstoff zu kommen. Man kann das Holz zum Beispiel selbst sammeln – allerdings nicht gratis und ungefragt.

Beim örtlichen Forstamt oder bei privaten Waldbesitzern kann man einen Sammelschein kaufen. Die Preise variieren je nach Kommune. Die Stadt Köln zum Beispiel verlangt 20 Euro, damit hat man die Erlaubnis, innerhalb einer Woche einen Raummeter Holz zu sammeln.

Viele Forstämter bieten auch schon fertig gesägte Stämme zum Verkauf an, die die Käufer dann vom Waldweg selbst abtransportieren müssen. Für Buchenholz kann man hier von etwa 40 Euro pro Raummeter ausgehen.

Wem das Sammeln und Abholen zu langweilig ist, der kann sich als Selbstsäger bei den entsprechenden Stellen melden. Förster markieren imWald die freigegebenen Bäume, die Selbstsäger müssen aber unbedingt Motorsägenführerschein und Schutzkleidung nachweisen.

Nadelhölzer sind weder für drinnen noch für draußen ideal

Nicht jedes Holz ist für jede Feuerstätte ideal geeignet. Ganz moderne Kesselanlagen verbrennen mit etwa 1000 Grad – da brennt alles. Kaminbauer raten für herkömmliche Kaminöfen zu heimischen Laubhölzern wie Buche, Eiche oder Birke. Der Heizwert ist höher als bei Nadelhölzern, die Brenndauer länger. Außerdem verbrennt mit Nadelhölzern oft viel Baumharz, was für viel Ruß und Rauch sorgt.

Für offene Kamine oder Feuerschalen im Freien sind Nadelhölzer ebenfalls nicht ideal, weil sie durch die ätherischen Öle explosionsartig kleine Funken in die Umgebung schießen und sich die Brand- und Verletzungsgefahr erhöht.

Was ist besser – Birke oder Buche?

Für Ralf Abbas ist die Birke ein unterschätztes Brennholz. Der Diplomforstwirt kümmert sich um die Wälder der Gräflich Bernstor ’schen Betriebe in Gartow im niedersächsischen Wendland. Birke wachse schnell und brauche zum Trocknen nur etwa ein Jahr. Und: „Das Holz verbrennt rückstandslos.“ Man könne mit dem Birkenrauch sogar verdreckte Kamin- fenster reinigen. Die Birke entlässt beim Verbrennen ätherische Öle und verströmt so einen für viele angenehmen Waldgeruch.

Das Brennholz aus dem Wendland stellen sich Kunden selbst zusammen – als Mischung oder sortenrein. „Heizen mit Holz ist nachhaltig“, sagt Abbas. Holz gebe nur das CO2 wieder ab, was der Baum vorher aufgenommen hat.

So verändert der Klimawandel unser Brennholz

Der Klimawandel wird auch das Brennholz der nächsten Generationen verändern. Eichen und Buchen haben es im sandigen, trockenen Boden des Wendlands ohnehin nicht leicht. Auch in anderen Gebieten Deutschlands pflanzen Förster schon heute etwa Douglasien, die mit den veränderten Bedin- gungen auch in Zukunft besser auskommen. „Die nächsten Generationen werden aber noch viel Freude an Buchen und Eichen haben“, so Abbas.

Wie Sie ihr Brennholz am besten trocknen und lagern und wie Sie ihr Feuer am einfachsten anfachen, steht im neuen FOOD&FARM-Heft. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie Sie ganz einfach selber Kaminanzünder herstellen. 

Food & Farm
Das Magazin für Selbstversorger und Genießer. Bei uns erfahren Sie alles rund um bewusste Ernährung, wir geben Tipps zum Gemüse- und Obstanbau im eigenen Garten, auf dem Acker oder Balkon und zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Ernte verarbeiten können. Obendrauf gibt’s kreative Rezepte und Anregungen für die eigene Küche.
Unsere Themen im neuen Heft:

• Trend Indoor-Märkte: Die besten Adressen in Europa
• Mit dem Landwirt im Gespräch: Warum jagt ein Eierskandal den nächsten?
• Kann ich auch: Gekörnte Gemüsebrühe ganz einfach selbst machen
• Plopp: Das sollten Sie über Schaumweine wissen
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