Traumprojekte 2018: Hochbeet und Tomatenhaus selber bauen | Food & Farm

 

 

 

 

 

Frische Kräuter, knackige Salate, süße Erdbeeren und leckere Tomaten – auf Balkon und Terrasse kann jeder Gemüse, Früchte und Kräuter anbauen. In kleinen Töpfen und normalen Blumenkästen kann das aber eine ganz schöne Plackerei – oder besser: Gießkannenschlepperei – werden.

 

Viel praktischer wäre ein Hochbeet, wobei die klassische Variante für einen normalen Balkon zu groß und vor allem viel zu schwer ist: ein Hochbeet mit einer Fläche von zwei Quadratmetern und einer Höhe von 90 cm wiegt mit Erde und Pflanzen locker zwei Tonnen!

Das können Sie selbst

Damit Sie dennoch nicht auf die Vorteile des Hochbeetgärtnerns verzichten müssen, hat sich FOOD & FARM umgehört, mit welchen Tricks auch in luftiger Höhe auf Balkon und Dachterrasse das Gemüsefarmen möglich ist.

Nutzen Sie unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung

Bauen Sie sich ganz einfach ihr eigenes Hochbeet. Und wie wäre es auch gleich noch mit einem Mini-Tomatenhaus? Wir zeigen Ihnen, wie es geht.

Text: Folko Kullmann

Balkon-Hochbeet

 

Materialliste

Bretter für das Hochbeet:

  • 1 Bodenbrett, 60 x 80 cm, 2 cm stark
  • 2 Längsseiten, 84 x 30 cm, 2 cm stark
  • 2 Querseiten, 60 x 30 cm, 2 cm stark

Bretter für die Ablage:

  • 1 Bodenbrett, 60 x 80 cm, 2 cm stark
  • 2 Längsseiten, 84 x 10 cm, 2 cm stark
  • 2 Querseiten, 60 x 10 cm, 2 cm stark

2 Vierkanthölzer, 5 x 5cm, 120 cm lang

2 Vierkanthölzer, 5 x 5 cm, 115 cm lang

2 Möbelrollen, 5 cm hoch

16 Metallwinkel, 5 x 5 cm, ca. 4 cm breit

40 Spax-Schrauben, 50 x 4 mm

32 Spax-Schrauben, 20 x 3 mm

6–8 Schrauben für die Möbelrollen

 

  • Metermaß
  • Bleistift
  • Stichsäge
  • Schraubendreher oder Akkuschrauber
  • Bohrmaschine oder Akkubohrer
  • Blähton als Dränage
  • Vlies zum Abdecken
  • Bei Bedarf: Teichfolie zum Auskleiden, 125 x 145 cm, ca. 1 mm stark und Tacker
  • Pflanzerde
  • Kräuter oder Salatjungpflanzen

 

Ein Balkon-Hochbeet auf Stelzen hat den Vorteil, dass es durch sein geringes Volumen nicht zu schwer ist. Außerdem kann es dank der Rollen flexibel von einem Ort zum anderen transportiert werden.

Normale Hochbeete, selbst kleinere, sind für Balkone nicht geeignet, da sie durch die Füllung zu schwer werden und die zulässige Gesamtlast überschritten wird. Der Raum unter dem Pflanzkasten kann als Ablage für Werkzeug, Töpfe und sonstige Geräte genutzt werden.

 

  1. Zuerst müssen bei den beiden Bodenbrettern für den Beetkasten und die Ablage unten die Aussparungen ausgeschnitten werden. Dazu mit dem Metermaß an den Ecken je einen Ausschnitt von 5 x 5 cm einzeichnen und mit der Stichsäge aussägen.
  2. Nun werden die Kanthölzer an die kurzen Seitenteile geschraubt, das breite für das Beet oben, das schmale für die Ablage unten. Bitte darauf achten, dass die beiden kürzeren „Beine“ auf einer, die längeren auf der anderen Seite liegen. Normalerweise ist ein Vorbohren der Schraublöcher bei selbstschneidenden Schrauben nicht nötig, es geht aber leichter. Wichtig ist dann, dass der Bohrer dünner als die Schraube ist, sonst hält sie nachher nicht.
  3. Unter die kurzen „Beine“ werden die Möbelrollen geschraubt. So ist das Beet mobil und kann auch einmal umgestellt werden.
  4. Als nächstes werden die langen Seitenteile auf einer Seite an die Kanthölzer geschraubt.
  5. In das entstandene „U“ kommen nun die Bodenbretter. Sie werden mit den Metallwinkeln an den Kanthölzern befestigt, und zwar so, dass die Bretter auf die Winkel gelegt und dann von unten mit Schrauben fixiert werden.
  6. Klappe zu – nun werden noch die beiden langen Seitenteile auf der Vorderfront angeschraubt.
  7. Wenn das Hochbeet nicht unter einem Dach steht, sondern frei und auch mal im Regen, dann müssen in den Boden oder unten an der Seite kleine Dränagelöcher gebohrt werden, damit überschüssiges Wasser abfließen kann und keine Staunässe entsteht.
  8. Wer möchte, kleidet den Beetkasten mit Teichfolie aus. Auch hier die Löcher zur Dränage nicht vergessen.
  9. Jetzt geht es ans Bepflanzen. Füllen Sie zuerst eine Schicht Blähton als Dränage ein, dann kommt ein Vlies darüber und zum Schluss das Pflanzsubstrat. Es gibt im Gartencenter spezielle, torffreie Hochbeeterde.
  10. In der lockeren Erde können Sie ohne Schaufel pflanzen. Einfach mit den Händen ein Loch formen, die Pflanze aus dem Topf nehmen, einsetzen und die Erde leicht andrücken.
  11. Zum Schluss gut angießen, damit die Pflanzen schnell anwachsen.

 

Tipp: Holzschutz

Wenn Sie das Hochbeet vor dem Bepflanzen mit einer wetterfesten Farbe streichen haben Sie noch länger Freude daran. Ohne Holzschutz bekommen die Bretter schnell eine (durchaus attraktive) silbrige Patina. Selbst wenn Sie wetterfestes Lärchenholz oder Eichenholz verwenden sollten, wird dieses nach spätestens drei bis vier Jahren durch den ständigen Kontakt mit der feuchten Erde morsch und verliert sein attraktives Äußeres. Für ein temporäres Hochbeetvergnügen reichen die gewöhnlichen Fichten- oder Tannenholzbretter, die man im Baumarkt bekommt, aber völlig aus.

 

Balkon-Tomatenhaus

 

Materialliste

Holzlatten (ca. 20 × 40 mm):

  • 2 × 1,80 m lang (Senkrechte, Rückseite)
  • 2 × 1,60 m lang (Senkrechte, Vorderseite)
  • 4 × 0,50 m lang (Waagrechte, Seiten)
  • 5 × 1,00 m (Waagrechte, Rückwand, Dach, Frontrollo)
  • 2 × 55 cm (Dachschrägen)
  • durchsichtige PET-Folie: 7,50–8,00 m, 1,00–1,20 m breit
  • Teppichmesser
  • Gartenschnur
  • Selbstschneidende Schrauben
  • Akkuschrauber
  • Kleine Säge
  • Tacker und Klammern

 

Ein Balkon- oder Terrassengewächshaus ist perfekt, um Tomaten und andere wärmeliebende Gemüse wie Auberginen und Paprika anzubauen oder um im Haus vorgezogene Jungpflanzen langsam an das Wetter draußen zu gewöhnen.

 

  1. Bauen Sie aus den Latten den Rahmen. Legen Sie dazu die langen Holzlatten für die Seitenteile auf einen ebenen Untergrund und schrauben Sie die kurzen Seitenteile dazwischen. Zwei Schrauben pro Kontaktstelle reichen aus. Achten Sie darauf, dass die unteren Enden auf einer Höhe liegen, sonst wackelt das Haus später. Für das Dach werden die oberen Enden schräg abgesägt.
  2. Als nächstes werden die Querverstrebungen angebracht – drei auf der Rückseite und eine vorne oben. Die fünfte Querlatte dient als Stange für das „Frontrollo“.
  3. Schneiden Sie mit dem Messer die Folie in ein 4 m langes und ein etwa 3,5 bis 3,6 m langes Stück. Die längere Folienbahn bildet Rückwand, Dach und Front.
  4. Wickeln Sie das vordere Ende der Folie einmal um die Rollolatte und tackern Sie sie fest.
  5. Tackern Sie nun die Folie von hinten unten übers Dach bis nach vorne am Rahmen fest.
  6. Schneiden Sie das zweite Folienstück längs durch, um die Teilstücke für die beiden Seiten zu bekommen, und tackern Sie nun noch die Folie an die Seitenteile.
  7. Befestigen Sie zwei Schnurstücke (jeweils 30–40 cm lang) in einer Schlaufe mit zwei Schrauben am vorderen Trauf. In die Schlaufen können Sie die aufgerollte Front einhängen.

 

Unter folgendem Link finden Sie die Heftseiten mit Anleitung und Fotos:

 

Nachschlagen: 

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Geschickte Balkonbesitzer finden in diesem Werk viele kreative Ideen samt einfacher Anleitungen: „Balkon Projekte für Selbermacher“, Folko Kullmann, 96 Seiten, 12,99 Euro, blvverlag.de