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Bio-Nudeln vom Hof: Dieser Öko-Bauer stellt Pasta her

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Text: Gerd Schild; Fotos: Kilian Blees

Amadé Billesberger isst gerne Nudeln. Das ist heute auch in seiner bayerischen Heimat Moosinning im Münchner Umland nichts Ungewöhnliches. Im Hofladen seines Betriebs verkaufte er lange Zeit Nudeln, als Ergänzung zum eigenen Sortiment. Irgendwann denkt er sich: Ich habe das Getreide, Dinkel, Emmer, Nackthafer und vieles mehr, das kann ich doch selbst machen. Und weil der Landwirt die meisten Ideen umsetzt, macht er jetzt auch Pasta.

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Einziger Bio-Landwirt im Ort

Eigentlich ist „Mogli“ Billesberger ein Gruppenmensch, ein Netzwerker. Im Ort ist er aber bis heute der einzige Biohof. „Leider“, sagt der Landwirt. Für ihn selbst war klar, dass er nichts anderes als einen ökologischen Betrieb führen möchte. Vom Vater pachtet er seit 2005 die Flächen, rund 70 Hektar insgesamt. 2007 stellt er auf Bio um.

Billesberger senior hatte die meisten Flächen an andere Landwirte aus dem Ort verpachtet, die dort konventionell Gemüse und Getreide anbauten. Dazu hielten die Billesbergers Schafe und Hühner. Die alte Scheune reißt der Sohn bald ab, für die mehr als 400 Hühner gibt es inzwischen mobile Ställe mit viel Auslauf. 40 Schafe sind weiter dazu da, das Grünland zu pflegen.

Erosion verhindern, Tieren Schutzraum geben

Warum Billesberger „Mogli“ genannt wird? Als seine nur wenige Jahre ältere Schwester kurz nach seiner Geburt an das Klinikbett tritt und den dunklen Teint des Brüderchens sieht, erinnert sie das an den kleinen Abenteurer aus dem „Dschungelbuch“, seitdem hat Amadé Billesberger den Spitznamen weg. Er stört ihn nicht, im Gegenteil. Seinen Hund hat er Balu genannt, die Katze trägt den Namen des Panthers Baghira.

Billesberger setzt auf Vielfalt. Um Erosion zu verhindern, um Tieren einen Schutzraum zu geben, und auch um die Bioflächen von den konventionellen Nachbarn abzugrenzen, hat Billesberger die Randstreifen dicht bepflanzt mit Vogelbeere, Weißdorn und anderen Gewächsen.

Nicht nur bio, sondern auch regional

Der lokale Gedanke liegt „Mogli“ Billesberger besonders am Herzen. Auch bei den Nudeln sind die Wege deshalb kurz – regionale Pasta also. Die Wolfmühle im nahen Forstinning mahlt aus seinem Getreide Mehl, denn die Billesberger-Mühle, die hier seit dem 15. Jahrhundert vom Wasser der Dorfen angetrieben wurde, sieht längst nur noch schön aus.

Aus dem Mehl macht dann die Nudelfabrik Lärchenhof in Friedberg die Billesberger-Bionudeln. Das Sortiment ist breit, nur Weizen gibt es nicht. Billesbergers Favorit sind die Emmer-Nudeln. 3,80 Euro kosten 500 Gramm Emmer-Nudeln ab Hof. Sie sind zur Hälfte aus Mehl, zur Hälfte aus Grieß. „Die pappen nicht so schnell zusammen“, sagt Billesberger.
 

Wie Billesberger seine besonderen Nudeln verpackt und was noch so alles los ist auf dem Biobetrieb, lesen Sie in der neuen FOOD & FARM.