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So werden Kapern geerntet – eine Reise ans Mittelmeer

Italien, Pantelleria, Mittelmeer, VulkanInsel, Karpernernte, Karpernbauern Dominica und Salvatore Ferrandes ernten Karpern

Italien, Pantelleria, Mittelmeer, VulkanInsel, Karpernernte, Karpernbauern Dominica und Salvatore Ferrandes ernten Karpern

Frauke Döhring (Text)
Gregor Lengler (Fotos)

Frühmorgens genießen sie es, dieses Urlaubsgefühl im Alltag. Dann sitzen Salvatore Ferrandes (63) und seine Frau Dominica Reck vorm Haus, trinken Kaffee, blicken über das in Terrassen angelegte Land in die Sonne, die Tag für Tag strahlend über dem tiefblauen Meer aufgeht. Oft frischt dann der Wind auf, aber das stört sie nicht, schließlich wohnen sie auf einer Insel, die Pantelleria heißt – der Name kommt aus dem Arabischen und bedeutet „Tochter der Winde“.

Das Vulkaneiland misst 83 Kilometer im Quadrat, hat knapp 8000 Einwohner, liegt etwa 100 Kilometer westlich von Sizilien und 60 Kilometer nördlich von Tunesien, woher denn auch der Schirokko weht. Hier am Südzipfel Italiens bewirtschaftet das Paar einen drei Hektar großen Biobauernhof.

Die angeblich besten Kapern der Welt

Zwei Produkte stellen sie her, eines süß, eines würzig: den inzwischen ziemlich berühmten Dessertwein „Passito di Pantelleria“ aus der getrockneten Traube ‘Moscato d’Alessandria (Zibibbo)’ und die gleichfalls berühmten Kapern. Beide, die Reben und die Kapernsträucher, brauchen das trockene subtropische Klima der Region; an die neun Monate im Jahr herrschen sommerliche Temperaturen.

Für Salvatore sind es nicht irgendwelche Kapern, sondern „die besten der Welt“, vergleichbar mit denen von Salina, eine ebenfalls für den Kapernanbau berühmte, nahe Insel. Er muss es wissen: Seit Jahrhunderten ist seine Familie hier ansässig und betreibt den Hof.

Er stammt von der Insel, sie aus der Schweiz

Salvatore liebt die Insel, wollte nie von hier fort. Seine Frau Dominica hingegen stammt aus der Nähe von St. Gallen in der Schweiz. Vor mehr als 30 Jahren machte sie Urlaub auf Pantelleria – und verliebte sich so in Salvatore, dass sie beschloss, mit ihm hier zu leben.

„Das war nicht immer ganz einfach“, erzählt die studierte Psychologin, „vor allem beruflich.“ Anfangs half sie ihrem Mann bei der Kapernernte, nach der Geburt von Sohn Adrian, heute 23 und Student der Agrarwissenschaften, kümmerte sie sich um Kind, Haus, Büro und Vertrieb. Inzwischen arbeitet sie außerdem an drei Tagen der Woche als fest angestellte Psychologin. Für Anbau und Ernte von Wein und Kapern ist Salvatore zuständig.

Was sind eigentlich Kapern?

Aber was eigentlich sind Kapern? „Es sind die Blütenknospen des Kapernstrauchs“, erklärt der Biobauer. Der Strauch wächst eher breit als hoch, maximal misst er 70 Zentimeter in der Höhe und war ursprünglich voller Dornen. Die hat man auf Pantelleria im Lauf der Zeit wegzüchten können.

Lässt man die Knospen weiter am Strauch wachsen, entwickeln sich dort duftende weiße Blüten mit purpurfarbenen Staubfäden, später reifen daraus Kapernäpfel. „Aber Kapernäpfel sind eigentlich ‚vergessene‘ Knospen, die man beim Pflücken übersehen hat“, sagt Dominica lachend. Bei Kapern gilt nämlich: je kleiner, desto kostbarer und teurer.

Die gesamte Reportage über die Kapernernte am Mittelmeer samt eindrucksvoller Fotos gibt es in der aktuellen FOOD & FARM.