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Alm-Besuch: So geht Milchwirtschaft auf über 800 Metern

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Text: Frauke Döring

Sobald Bergbauer Alois Kramer vor seine Haustür tritt, steht er mitten in einer wunderschönen Kulturlandschaft. Sattgrüne Wiesen, ein strahlend blauer Himmel, im Hintergrund die schneebedeckten Gipfel von Wetterstein- und Karwendelgebirge, sogar die Zugspitze (2962 Meter hoch) kann er sehen – ein bayerisches Bilderbuch.

Lila sind die Kühe hier zwar nicht, aber optisch hat das Leben in Krün im Werdenfelser Land in jedem Fall seine Schokoladenseiten, ist aber auch mit viel harter Arbeit verbunden. Wer sich Bergbauer nennen darf, hat die EU bereits vor rund 40 Jahren festgelegt, damit die Existenz der Familien, die in den Alpen unter erschwerten Bedingungen leben und arbeiten, gesichert bleibt.

 

Viele buckelige Grünflächen können nur von Hand gemäht werden

 

So müssen die Wiesen und Weiden der Bergbauern über 800 Meter liegen; oder auf einer Höhe von 600 bis 800 Meter und gleichzeitig eine Hangneigung von mindestens 18 Prozent aufweisen. Das ist in Krün gegeben, das Dorf liegt in einem Hochtal auf 875 Meter Höhe. Entsprechend lang sind die Winter; auch können viele Grünflächen nur von Hand gemäht werden. Zum Ausgleich für ihre mühsame Arbeit und ihren Beitrag zum Erhalt der Naturlandschaft gewährt die EU den Bergbauern Zuschüsse.
Acht Bergbauern leben in Krün und bewirtschaften die Familienbetriebe mit 10 bis 20 Kühen. Mit derzeit 43 Kühen und 50 Hektar Land ist der 49-jährige Kramer der größte Bauer im Dorf. Die Kühe und die Milchgewinnung prägen seinen Alltag und den seiner Familie – Frau Susanne (46), Sohn Luis (18), Töchter Theresa und Paulina (17 und 12). Kramers braun-weiß gescheckte Kühe gehören zur Rasse Fleckvieh, eine „sehr robuste Zweinutzungsrasse“, erklärt er.

 

Jeder Tag beginnt um 6 Uhr morgens

 

Die Tiere liefern neben Milch auch Fleisch; die Stierkälber werden daher nicht geschlachtet, sondern großgezogen. Eine Fleckvieh-Kuh wird im Durchschnitt etwa zehn Jahre alt und kalbt in ihrem Leben sechs- bis siebenmal.

Jeder Tag beginnt für die Kramers um sechs Uhr früh. Kühe füttern, Kälber tränken, ausmisten, jede Kuh melken und in den warmen Monaten auf die Weide führen. Bevor die Eheleute gegen neun Uhr ihre Brotzeit genießen können, haben sie schon drei Stunden hart gearbeitet. Je nach Jahreszeit geht es danach ins Büro oder ins Freie.

 

Wie mühsam Landwirtschaft am Berg sein kann, aber auch, wie fein hinterher die Bergbauern-Milch mundet, das lesen Sie in der neuen FOOD&FARM.