Im Test: Acht Fertig-Hollandaise | Food & Farm

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Im Test: Acht Fertig-Hollandaise

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Text: Karina Bostelmann
Fotos: Conny Trumann

Der Name ist irreführend, denn die Hollandaise stammt aus der Normandie, wo sie seit 1750 in der Stadt Isigny-sur-Mer – berühmt für ihre Butterproduktion – hergestellt wird. Als dort im Ersten Weltkrieg die Butter knapp wurde, importierte man diese Grundzutat notgedrungen aus Holland. So kam die Sauce zu ihrem Namen!

Eine Sauce Hollandaise schmeckt das ganze Jahr über, sie passt zu Gemüse und gekochten Eiern ebenso wie zu Fisch und Kurzgebratenem. In Deutschland kommt sie vor allem zur Spargelzeit auf den Tisch. Nebenbei lässt sich diese Sauce allerdings nicht zaubern, eine Hollandaise erfordert Zeit und Aufmerksamkeit. Und sie lässt sich nach dem Erkalten nicht neu erwärmen, verliert dann ihre schaumig-leichte Konsistenz. Für viele Menschen ein Grund mehr, um zu Fertigware zu greifen. Und hier kommt unser Blindtest ins Spiel, für den wir sechs Tetrapack-Varianten gekauft haben.

 

Im Rennen: Sechs Tetrapack- und zwei Tütenprodukte

 

Diese werden im Handel gern prominent in der Nähe des frischen Spargels platziert – als Einladung zur Abkürzung. Außerdem sind zwei Tütenprodukte mit im Rennen, die mit Milch oder Pflanzenfett aufgekocht werden.

Eines vorweg: Mit einer selbst gemachten Sauce konnte keines unserer Testobjekte mithalten. Unsere Empfehlung daher: nur Mut! Oder, bei Zeitnot, Butter zerlassen und leicht bräunen. So entsteht zwar keine Hollandaise, aber es geht ebenso schnell wie das Erwärmen eines Fertigproduktes, schmeckt jedoch in jedem Fall besser!

 

Die Expertin:

 

Anne-Katrin Weber ist Köchin, Ernährungswissenschaftlerin, Foodstylistin und Autorin. Über 20 Kochbücher hat sie bisher verfasst – darunter eines über Saucen. Klar, dass sie als Fan der französischen Küche weiß, was eine gute Sauce Hollandaise ausmacht. Dies und vieles mehr vermittelt die Wahl-Hamburgerin auch in Privat-Kochkursen.

Exklusiv bei FOOD&FARM verrät die Expertin ihr gelingsicheres Hollandaise-Rezept.

 

Der Fertig-Hollandaise-Test:

 

 1. Thomy „Les Sauces Hollandaise“

 

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Trinkwasser, 20 % Sonnenblumenöl, 5 % Eigelb, mod. Stärke, Zucker, Jodsalz, Zitronensaft aus Zitronensaftkonzentrat, Weißweinessig, Zwiebelpulver, Hefeextrakt, Aromen (mit Ei, Milch, Senföl), Xanthan. 1,35 Euro/250 ml (Rewe)

 

    • Optik: „Die Farbe sieht gut aus, fast wie meine Hollandaise!“
    • Duft: „Geruchsneutral – was auch immer das bedeuten mag!?“
    • Textur: „Schönes, leichtes Mundgefühl, es bleibt kein schmieriger Film. Fällt nicht in sich zusammen, bildet keine Klumpen.“
    • Geschmack: „Erstaunlich süß, dafür zu wenig Säure. Und leider schmeckt sie nach Sonnenblumenöl. Wie bedauerlich!“
    • Fazit: „Es begann vielversprechend, doch geschmacklich ist die Sauce leider nicht doll. In Punkten ausgedrückt: 2 von 5!

 

2. Knorr „Sauce Hollandaise“

 

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Trinkwasser, p anzliche Öle (Palm, Raps), Eigelb, Mager- milchpulver, modi zierte Stärke, Speisesalz, Zucker, Säurere- gulator Milchsäure,Verdickungsmittel (Xanthan, Guarkern- mehl, Johannisbrotkernmehl), Aromen (mit Sellerie). 1,19 Euro/250 ml (Marktkauf)

 

    • Optik: „Farbe gut, aber kleine Klümpchen – ein Fauxpas! Dafür bildet sich auf diesem Produkt beim Erkalten keine Haut.“
    • Duft: „Wieder erschnuppere ich eine Senfnote, wenngleich nicht so aufdringlich wie anderswo. Aber es riecht leider künstlich.“
    • Textur: „Die kleinen Klümpchen stören im Mund nicht, die Mundtextur ist sogar angenehm: weder schmierig noch fettig!“
    • Geschmack: „Leider stört die Senfnote auch am Gaumen, zudem schmeckt die Sauce sauer und im Abgang nach Sellerie.“
    • Fazit: „Für Spargel viel zu kräftig, vielleicht passt sie besser zu Brokkoli, Kartoffeln oder hellem Fleisch? Meine Punktewertung: 1,5 von 5.“

 

3. Veganz „Feine Sauce nach Art Hollandaise“

 

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Maisstärke, Steinsalz, Johannisbrotkernmehl, Rohrohrzucker, Gemüsebrühe (Maisstärke, Himalayasalz, Rohrohrzucker, Zwiebeln, Karotten, Pastinaken, Lauch, Spinat, Petersilie, Kurkuma, Liebstöckel, Schnittlauch, Dill, Ingwer, Thymian, Muskatnuss, Rosmarin, Fenchel, Majoran), Muskat, Zitronensäure, Pfe er, Kurkuma, Knoblauch, Zwiebel. 0,99 Euro/13 g = 250 ml (Netto)

 

  • Optik: „Flüssig, mit Partikeln darin: Optisch erinnert sie mehr an eine Gemüsebrühe als eine Hollandaise – irgendwie kurios.“
  • Duft: „Erstaunlich neutral, man riecht quasi gar nichts.“
  • Textur: „Viel zu flüssig, im Mund fettig.“
  • Geschmack: „Der Inhalt wird mit Wasser und Margarine oder Pflanzencreme angerührt. Wir haben Margarine genommen, das Ergebnis schmeckt wie eine salzige, mit Stärke gebundene Gemüsebrühe.“
  • Fazit: „Diese vegane Variante enttäuscht, was nicht nur am fehlenden Ei liegen kann, denn es gibt ja gute eifreie Mayonnaisen. Punkte: 1 von 5.“

 

Wie die weiteren fünf Kandidaten abgeschnitten haben und ob vielleicht noch eine passable Tütensauce im Supermarktregal steht, erfahren Sie in der neuen FOOD&FARM.