Würze aus Witzenhausen | FOOD & FARM

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Würze aus Witzenhausen

GERMANY Witzenhausen, garlic farming at farm, cultivation of different and old varieties / DEUTSCHLAND, Witzenhausen, Knoblauch Anbau und Ernte bei Gregor Schmitz, Anbau verschiedener und alter Knoblauchsorten

GERMANY Witzenhausen, garlic farming at farm, cultivation of different and old varieties / DEUTSCHLAND, Witzenhausen, Knoblauch Anbau und Ernte bei Gregor Schmitz, Anbau verschiedener und alter Knoblauchsorten

Lange Zeit handelte es sich beim Knoblauch in unseren Speisen vorwiegend um Importware aus fernen Ländern. Dank des steigenden Interesses an regionalen Produkten werden die gesunden Knollen inzwischen auch hierzulande angebaut, zum Beispiel in Hessen.

 

Text: Klaus Sieg

 

Sommer in Witzenhausen, einem idyllischen Landstrich bei Göttingen. Auf den Feldern der hügeligen Landschaft reifen Weizen, Kartoffeln und anderes gängiges Gemüse. Die Pflanzen auf dem Feld von Gregor Schmitz sehen weniger vertraut aus.

Wie eine Armee von Zwergenmützen wirken die zwiebelförmigen, hellgrünen Knollen, die auf langen Stängeln im Wind schaukeln. Die Spitzen dieser Brutzwiebeln ringeln sich in alle Himmelsrichtungen, fast wie Schweineschwänze. „Der Anbau von Knoblauch sorgt immer wieder für Aufsehen.“ Gregor Schmitz schiebt seinen Strohhut aus der Stirn und blinzelt grinsend in die Sonne, die kräftig vom blauen Himmel scheint. Der 31-Jährige baut 45 verschiedene Sorten aus aller Welt an.

Mit einem Klemmbrett in der Hand steht er auf dem Feld – und erklärt den Kosmos Knoblauch: „Das ist ‘Vekan’ aus Tschechien, meine Lieblingssorte, sie hat ein volles, süßes Aroma, eignet sich hervorragend zum kurzen Anbraten.“ Noch feiner daher kommt die spanische, faustgroße ‘Vallelado’ oder die französische ‘Rose de Lautrec’. Ihre Haut schimmert rosa und glänzt. Rot und zart im Geschmack sind die Knollen der italienischen ‘Rosso di Sulmona’, ungestümer das Aroma der georgischen ‘Schvelsili’ oder der ukrainischen ‘Ljubascha’ …

Seit die Deutschen ihre Liebe zur mediterranen und asiatischen Kost entdeckt haben, ist Knoblauch zwar in hiesigen Küchen weit verbreitet. Angebaut aber wurde er bislang so gut wie gar nicht auf deutschen Äckern. Der Markt wird dominiert von Importware, meist aus Spanien, China oder Ägypten, soll es ausgesuchter sein auch aus Frankreich. Meist ist diese Ware lange unterwegs und chemisch behandelt, zum Trocknen oder gegen das Keimen der Knollen. Das Angebot beschränkt sich zudem auf wenige Sorten. Und frischer Knoblauch war bis vor Kurzem noch eine Rarität.

Aber gibt es überhaupt eine Nachfrage? „Das Interesse wächst.“ Gregor Schmitz vermarktet seinen Knoblauch vor allem dank der Vielfalt seines Angebotes. Fest im Sortiment hat er allerdings „nur“ sieben Sorten. Die bietet der Knofi-Profi über seine Internetseite guterknoblauch.de an, auf Märkten, zunehmend auch auf Events, wie Mittelalterfesten oder solchen von Slow Food. „Die anderen Sorten probiere ich noch aus und verkaufe sie in kleinen Mengen nebenbei mit.“

 

Wie Landwirt Gregor Schmitz überhaupt auf die Idee gekommen ist, Knoblauch anzubauen, und wie die Pflege und Ernte genau funktioniert, erfahren Sie in der neuen FOOD & FARM.