Der Boden-Flüsterer | FOOD & FARM

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Der Boden-Flüsterer

Matthias Hollenstein ist Landwirt ohne eigenen Hof, aber mit ausreichend Boden.

15 Hektar und ein Wirtschaftsgebäude hat er gepachtet. Die Felder liegen verstreut im südöstlichen Zürcher Umland, einige nahe des Zürichsees.

Wie ein idealer, garer Boden aussieht?

„Wie ein Schoko-Muffin“, sagt Matthias Hollenstein und erklärt, dass man Böden als gar bezeichnet, wenn die Bodenkrümel rund sind, elastisch-feucht, gut durchlüftet und leicht zu durchwurzeln.

Zum Bauern wurde er auf dem zweiten Bildungsweg: „Ich habe vorher als Konstrukteur in einer Entwicklungsabteilung für Plastikprodukte gearbeitet. Ein reiner Schreibtischjob, der mich krank gemacht hat. Ich habe darum versucht, gesünder zu leben.“

So wuchs mit Mitte 20 sein Interesse an der Herkunft von Lebensmitteln und die Sehnsucht nach einem Alltag jenseits geschlossener Räume. Er glaubte, beides als Biobauer zu finden – und ging bei einem solchen in die Lehre.

In seinem alten Job war er stets mit der Optimierung von Prototypen und Prozessen befasst – und auch als angehender Landwirt stieß er schnell auf Dinge, die er für verbesserungswürdig hielt. Denn auf dem Obsthof seines Lehrmeisters sah er genau das, was er hinter sich lassen wollte: Plastik. Es bedeckte zum Beispiel als Unkrautschutz den Boden unter den Beeren. „Ich habe gefragt, ob das auch anders geht, und mein Ausbilder ließ mich experimentieren.“

Erholsamer Ansatz

Matthias begann damals mit dem, was heute die Philosophie von SlowGrow ist, so heißt sein Unternehmen, mit dem er seit 2015 neue Wege geht. Anstatt Böden durch Herbizide oder humusraubendes Hacken der Beete vor Unkraut zu schützen, verwendet er organisches Material: Holzschnitzel, Laub oder Grasschnitt.

Dieser Mulch schützt den Boden vor Nässe und Hitze. Die Methode hat einen nützlichen Nebeneffekt: Im Laufe der Zeit entsteht neuer Humus (siehe auch „Farm-Wiki“, Seite 54), ein natürlicher Dünger, der Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre bindet – was sich wiederum positiv auf das Klima auswirkt. Mulch allein macht den Boden aber noch nicht fruchtbar (…)

 

Lesen Sie im neuen FOOD&FARM, wie Matthias Hollenstein mit Slow Grow regenerative Landwirtschaft betreibt und wie innovativ er seine Feldfrüchte vermarktet.