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Grillseminare voll im Trend: Neue Rezepte, neue Geräte, neuer Geschmack

Text: Judit Pekker

Ein schöner lauer Sommerabend. Trotzdem lodert im „Garten von Ehren“ am Hamburger Stadtrand ein Feuerchen, und zwei Dutzend Menschen – mehrheitlich Männer und ein paar wenige Frauen – haben sich darum geschart. Wir sind nicht hier, um uns zu wärmen. Wir wollen Profigriller Tom Heinzle auf die Finger gucken, der unter dem Motto „Meer trifft Weide“ vor unseren Augen ein Sechs-Gänge-Menü von der Vorspeise bis zum Dessert zubereiten und dabei einige Gerätevarianten im Einsatz zeigen wird. Nach kurzer Begrüßung geht es gleich zur ersten Grillstation: ein Designermodell mit Feuerschale, in der Holzscheite brennen.

Venusmuscheln vom Rost als Vorspeise,

Die Grillfläche ist eine Ring-Plancha, wie unser Vorarlberger „Feuerflüsterer“ erläutert, während er Venusmuscheln für die Vorspeise aufs heiße Metall legt: „Sie heizt sich unterschiedlich stark auf und hat verschiedene Temperaturzonen: Je weiter von den Flammen weg, umso geringer die Hitze.“ Im inneren Bereich kann man auf der glatten Fläche Fleisch, Fisch oder Gemüse scharf anbraten, weiter außen empfindliche Stücke sanft garen oder Angebratenes gar ziehen lassen. Das ausgeklügelte Objekt, optisch ein Hingucker, passt zu den aktuellen Grilltrends.

Wer heute zum geselligen Genuss im Garten oder auf der Dachterrasse einlädt, serviert seinen Gästen immer seltener Bratwürstchen und marinierte Nackensteaks vom Dreibeingrill. Der Klassiker hat ausgedient, angesagt sind Geräte mit und ohne Deckel, mit technischen Raffinessen, schickem Design und Briketts oder Holzpellets als Energiequelle

Neue Grilltrends: Dry Aged, Wildfleisch und Vegetarisch

Liebhaber leisten sich Outdoor-Kochstationen für mehrere tausend Euro. Mit dem anspruchsvollen Equipment wird auch anders gegrillt als vor 10, 15 Jahren. Viele Barbecue Fans legen Delikates auf den Rost – von Dry Aged Beef bis Wildfleisch, immer öfter auch Vegetarisches. Doch der Umgang mit besonderem Grillgut will gelernt sein, damit am Ende nicht zähe Schuhsohlen oder fades Einerlei auf dem Teller landen.

Fachkundige Experten wie Tom Heinzle vermitteln in Seminaren bundesweit und rund ums Jahr das nötige Wissen. Unser Profi wendet gerade die Muscheln und gibt dabei Tipps für die Zubereitung der Meeresfrüchte. Vor allem die Herren lauschen konzentriert und fast andächtig – Grillen ist nach wie vor Männersache, wie eine repräsentative GfK-Umfrage im vergangenen Jahr bestätigte.

Meer trifft Weide – eine gewagte Kombi

Allerdings holen die Frauen – bisher eher fürs Drumherum beim Grillen zuständig – auf und greifen zunehmend selbst zur Zange. „Ein, zwei Minuten pro Seite reichen“, sagt Tom jetzt und legt schnell noch geschälte Äpfel und Blutwurstscheiben auf die Plancha. Beides wird kurz angegrillt und anschließend von willigen Helfern mit den Muscheln auf vorbereiteten Tellern angerichtet. Gespeist wird draußen unter Sonnenschirmen an gedeckten Holztischen zu Wassergeplätscher und abendlichem Vogelgezwitscher.

Ob die ungewöhnliche Kombi schmeckt? Ja, und sogar erstaunlich gut! Solche gewagten Verbindungen sind Toms Spezialität und haben ihm den Ruf eines kreativen Querdenkers in der Grillszene eingebracht. „Ich finde es total spannend, mit Aromen zu experimentieren und scheinbare Gegensätze zusammenzubringen“, erklärt der Autor mehrerer Grillbücher. So habe er auch das „Picklen“ für sich entdeckt.

Marinaden aus Sojasauce, Ingwer und Honig

Tom Heinzle rührt Sojasauce, frisch geriebenen Ingwer und Honig zu einer Marinade für dicke Thunfischsteaks – unser zweiter Gang. Die traditionelle Methode zum Haltbarmachen mit Säure sei in den USA gerade wieder total hip, erfahren wir. Sein aktueller Favorit sind „gepicklete“ Trauben. „Super als Topping auf geröstetem Bauernbrot mit geschmolzenem Käse: Erst das Saure, dann das Süße der Trauben – das gibt einen Kick, total irre!“

 

Was es beim feurigen Dinner in Hamburg noch so alles gab und wo auch Sie spannende Grillseminare erleben können, steht in der FOOD&FARM Mai/Juni 2019.