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Schnecken verschrecken – auf die sanfte Tour

Text: Katharina Petzholdt

Die Langsamkeit der Schnecken ist natürlich eine Mär. Jeder Gärtner weiß das. Denn in nur einer einzigen Nacht können die schleimigen Räuber mit ihren Raspelzungen ganze Beete kahl fressen. Kein Wunder also, dass sie nicht den besten Ruf haben und dass unzählige – teilweise sehr grausame – Tipps kursieren, wie den Tieren Einhalt geboten werden kann. Dabei haben Schnecken als Teil des natürlichen Ökosystems eine wichtige Aufgabe inne: Sie fressen sowohl Aas als auch verrottende Pflanzenteile. Leider aber auch junge Gemüsepflanzen. Besonders junges Gemüse, speziell grüne Salate und Kohl, außerdem Zucchini oder Erbeeren stehen auf ihrem Speiseplan weit oben. Wer aber nun meint, Schnecke sei gleich Schnecke, der irrt.
 

Nicht jede Schnecke ist eine Gefahr

Gehäuseschnecken wie die Weinbergschnecken und die in Gärten häufig anzutreffenden Bänderschnecken stellen im Gemüsegarten meist keine Bedrohung dar. Selbst Nacktschnecken sind nicht grundsätzlich auf junges Gemüse aus. Der Tigerschnegel beispielsweise, erkennbar an seiner leopardenartigen Musterung, lässt Gemüsepflanzen links liegen. Zu den wirklichen Rowdys zählen vor allem die Spanische Wegschnecke  und die Gartenwegschnecke. Wenn sie deutlich Schaden anrichten, ist Handeln gefragt. Wer auf rabiate Methoden verzichten möchte, dem stehen eine ganze Reihe anderer Möglichkeiten offen. Allerdings machen Gärtner sehr unterschiedliche Erfahrungen mit diesen Maßnahmen. Bei dem einen hilft die eine Vorgehensweise sehr gut, während sie in einem anderen Garten völlig versagt. Also: ausprobieren, Methoden kombinieren und etwas Geduld mitbringen!

 

Mit Opferpflanzen bestechen

Es gibt Pflanzen, die Schnecken magisch anziehen. Tagetes gehören dazu, genauso wie grüne, zarte Salate. Diese Vorliebe können sich Gärtner zunutze machen und die Schnecken entweder mit einem ganzen Opferbeet oder mit einzeln gesetzten Opferpflanzen quasi bestechen. Während sich die gefräßigen Schleimer dann auf ihre Lieblingspflanzen stürzen, bleiben die anderen Kulturen unbehelligt. Wer entdeckt hat, auf welchen Wegen die Tiere in den Garten kommen, kann ein Opferbeet natürlich auch gleich an die entsprechende Grundstücksrandstelle setzen und so mit etwas Glück verhindern, dass die Schnecken tiefer in den Garten vordringen.

 

Durch Gerüche vertreiben

Manche Pflanzen, besonders geruchsintensive wie Bärlauch, Kamille, Rosmarin, Thymian, Schnittlauch, Zitronenmelisse, Lavendel und Knoblauch, wirken abschreckend. Setzt man diese Geruchsbarrieren als eng gepflanzte Umrandung ums Gemüsebeet, kann das die Schnecken zur Umkehr bewegen.

 

Weitere Tipps zur sanften Schneckenverdrängung stehen in der aktuellen FOOD&FARM Mai/Juni 2019.