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Wo Städter Natur und Garten kennenlernen

Text: Juliane Fischer

Was heute Zero Waste oder Slow Food heißt und ein Trend ist, war für die Oma von Jantje Schumacher noch Alltag. Als die jung war, wurde nämlich alles so lange benutzt und wiederverwendet wie möglich. Pflanzen wurden komplett verwertet, nicht nur zu Nahrungszwecken: „Spitzwegerich etwa schmeckt im Salat, aber daraus kann ich auch eine Salbe herstellen, die bei Insektenstichen den Juckreiz lindert“, weiß Jantje Schumacher.

Ideen und Rezepte sammelt die 44-Jährige schon ihr Leben lang. Sie ist in den Vier- und Marschlanden – in einem der größten geschlossenen Blumen- und Gemüseanbaugebiete Deutschlands – im Hamburger Süden aufgewachsen und war schon immer fasziniert von den großen Höfen in ihrer Umgebung. Ihr eigener Vater war Lehrer, aber alle Freunde kamen aus Gärtnerfamilien.

Omas Lebenseinstellung an Kunden weitergeben

Viel Wissen hat ihr die schon erwähnte Großmutter vermittelt – „vor allem die entsprechende Lebenseinstellung“. All das versucht sie nun an ihre Kunden weiterzugeben. Die Idee für ihren „Mitmachgarten“ hatte die Quereinsteigerin, als sie vor sieben Jahren mit ihrem ersten Kind schwanger war. „Erst gab es nur die Gemüsehütte an der Straße“, erzählt die Mutter von zwei Kindern. Das ist in dieser Gegend so üblich: Bauern und Gärtner verkaufen ihre Produkte direkt vorm Hof an Nachbarn und Ausflügler.

Inzwischen hat Jantje Schumacher ihr Angebot um das Selberernten, Kräuterwanderungen und Seminare erweitert, einen kleinen Hofladen zwischen den großen Treibhäusern eröffnet und, ach ja, eine eigene Imkerei gibt’s hier auch. Die Grundlage für all das war der lange Jahre stillgelegte Hof des Schwiegervaters. Jantje und ihr Mann begannen dort erst mit ein paar Beeten, die sie für den Eigenbedarf bepflanzten. Heute wird ein großer Teil des Geländes für den „Mitmachgarten“ gepachtet.

Wissen, was man isst – und selbst anbauen

Mit ihren Kursen richtet sich die gelernte Optikermeisterin an ernährungsbewusste Menschen. „Wenn sich jemand Gedanken darüber macht, was er isst – oder eben nicht isst, dann ist das Selbermachen eigentlich der nächste logische Schritt“, sagt sie. In den Kursen wird erst gemeinsam geerntet und dann im Hofladen gekocht. Dort gibt es übrigens nicht nur Obst, Gemüse, Eier oder Honig zu kaufen – sondern auch alles, was es für die Herstellung von Lippenpflege, Hustensirup, Zahnpasta und Scheuermilch braucht. Teils zugekauft, teils aus eigener Produktion: So kommt das Bienenwachs selbstverständlich aus der hofeigenen Imkerei.

„Natürlich sind Naturkosmetik-Workshops oder Kräuterkurse nicht neu“, sagt Jantje Schumacher. „Aber bei mir ist man mittendrin und legt nach der Ernte gleich los. Und je mehr wir selbst herstellen, desto weniger Verpackungsmüll wird produziert“, freut sie sich.

 

Wer beim Mitmachgarten alles dabei ist und wie sich das Projekt so positiv entwickelt hat, lesen Sie in der neuen FOOD&FARM Mai/Juni 2019