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Apfel gut, alles gut – eine fruchtige Warenkunde

Autorin: Susanne Wächter

Der Apfel hat eine lange Reise hinter sich. Aus Asien soll er stammen und seinen Weg schon sehr früh nach Europa gefunden haben. Zuerst landete er in Südeuropa, ab dem Jahr 100 vor Christus kam er durch die römischen Feldzüge nach Mittel- und Nordeuropa, wo er heute noch in vielen Gärten heimisch ist. In den frühen Kulturen hatte der Apfel verschiedene Bedeutungen.

Symbolträchtige Frucht

Stand er bei den Kelten für Tod und Wiedergeburt, sahen die Germanen im Apfel die Unsterblichkeit. Bei den Römern symbolisierte seine Form die Erdkugel, und im Christentum stand er für den Sündenfall. Das erklärt auch, warum der Apfel im Lateinischen „malus“ heißt, was mit „schlecht“ oder „böse“ übersetzt wird.

Symbolträchtige Frucht Kaum eine Frucht ist dermaßen symbolträchtig wie der Apfel. Schon in der Antike verband man mit ihm das Leben und die Fruchtbarkeit. Göttinnen wurden mit Apfelzweigen oder Früchten in der Hand dargestellt. Aber der Apfel stand auch für Macht. So wurden mittelalterliche Kaiser als Zeichen ihrer besonderen Macht mit Krone, Zepter und dem sogenanntem Reichsapfel dargestellt. Die Symbolik ist länder- und kulturabhängig. In China steht der Apfel für Vollkommenheit.

Äpfel richtig waschen

Äpfel enthalten an der Schale nicht nur Vitamine, sondern auch Pflanzenschutzgifte. Die allerdings lassen sich recht gut entfernen. Das Bundesamt für Ernährung und Landwirtschaft empfiehlt die Reinigung mit Wasser und eine anschließende Reinigung mit einem Tuch. Noch besser ist es allerdings, wenn man ein wenig Backnatron ins Wasser gibt. Die meisten Rückstände lassen sich nach einer Intensivwäsche von mehreren Minuten bis zu 80 Prozent beseitigen.

Die besten Anbau-Regionen

In vielen Gärten stehen Apfelbäume. Doch wenn es um den professionellen Obstanbau geht, kristallisieren sich drei besondere Regionen heraus. Die größten Flächen von Obstbauern findet man im Alten Land bei Hamburg, in SachsenAnhalt sowie in der Bodenseeregion.

Vor allem letztere Region ist durch das milde und sonnige Klima sehr sortenreich; SachsenAnhalt setzt verstärkt auf die alten Sorten. Insgesamt gibt es etwa 20 000 verschiedene Apfelsorten, davon allerdings nur etwa 30 bis 40 in Deutschland. Im Handel sind es noch weniger. Dort reduziert sich die Anzahl auf etwa sechs: Braeburn, Golden Delicious, Elstar, Jonagold, Gala und Rubinette.

Das steckt drin

Ein Apfel besteht zu über 80 Prozent aus Wasser, enthält aber auch sehr viele Vitamine wie zum Beispiel das Provitamin A, dann noch BVitamine B1, B2 und B6, Vitamin E und C. Für die Gesundheit relevant ist vor allem Pektin – ein Wirkstoff, der zur Senkung des Cholesterinspiegels beitragen und Schadstoffe im Körper binden soll. Allerdings befinden sich die meisten Vitamine direkt in oder unter der Schale. Den Apfel also gut säubern und am besten mit Schale verzehren.

Etliche wissenschaftliche Studien haben belegt, dass ein täglicher Verzehr mindestens eines Apfels das Krankheitsrisiko reduziert. Der sekundäre Pflanzenstoff Quercetin soll das Risiko von oxidativem Stress, Krebs, Diabetes und Herzkreislauferkrankungen mindern. An der Universität Jena haben Wissenschaftler herausgefunden, dass die enthaltenen Flavonoide die Darmzellen beim Abbau giftiger Substanzen unterstützen.

Rezept: Karamellisierter Apfelkuchen

Für 12 Stücke
Zubereitung: 60 Min.
Backzeit: 60 Min.

Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Springform mit Butter ausstreichen, mit Mehl ausstreuen. Die Butter (175 g) mit dem Zucker (125 g) schaumig rühren. 3 Eier unterrühren. 200 g Mehl mit 1 TL Backpulver, Muskatblüte (gemahlen), 1 L Zimt und 2 EL Kakaopulver vermischen und unterheben. Alles vermengen, Teig in Form füllen, glatt streichen und 25–30.min backen.

5 Äpfel waschen und in feine Scheiben schneiden, mit Zitronensaft vermengen. Kuchen herausnehmen, rosettenartig mit Apfelscheiben belegen, mit Puderzucker besieben, anschließend noch 25 min. backen. Herausnehmen, Kuchen aus Form lösen.

Karamellsauce: Honig (100 g) mit dem Zucker (60 g) mischen, unter Rühren erwärmen, bis sich Zucker aufgelöst hat. Alles zum Kochen bringen und bei großer Hitze zu mittelbraunem Karamell kochen. Vom Herd nehmen, Butter (60 g) in Stücken zugeben und mit Sahne (50 g) unterrühren. Creme mit dem Rührgerät aufschlagen. Lauwarm abkühlen lassen.

Den Apfelkuchen mit Karamellsauce beträufeln und genießen.

 

Weitere feine Rezepte mit Apfel sowie Eigenschaften gängiger und auch alter Apfelsorten stellen wir Ihnen in unserem neuen Heft FOOD&FARM vor. Außerdem verraten wir, wie Sie Äpfel optimal lagern. 

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