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Regionale Küche: So gut isst das Rheinland

Autorin: Agnes Prus

Die rheinisch-fröhliche Lebensart ist weit über die Region hinaus bekannt. Ob im Karneval oder im Brauhaus: Die Rheinländer kennt man als Völkchen, das gerne feiert und schnell per Du ist. Weniger bekannt hingegen sind die kulinarischen Errungenschaften dieses Landstrichs – von Bierspezialitäten wie Kölsch und Alt einmal abgesehen. Zeit für eine kleine Entdeckungstour!

Das Rheinland umfasst unter anderem die Gebiete des Mittel- und Niederrheins, das Bergische Land, die Eifel und das Siebengebirge, aber natürlich auch Städte wie Köln, Düsseldorf, Aachen und Bonn. Wenige Regionen waren in den vergangenen Jahrtausenden so vielfältigen Einflüssen ausgesetzt: Kelten, Germanen, und Ubier siedelten im heutigen Rheinland, die Römer besetzten das Gebiet und später die Preußen und Franzosen.

Sie alle haben im Rheinland kulinarische Spuren hinterlassen. Bei so vielen unterschiedlichen Inspirationen und Anbaugebieten, mit entsprechend verschiedenen Ressourcen, kann man kaum von einer einheitlichen rheinischen Küche sprechen. Dennoch gibt es ein verbindendes Element: den Rhein. Der namensgebende Fluss spielt bei der Betrachtung der rheinischen Küche eine wichtige Rolle.

Durch die rege Rheinschifahrt kamen bereits vor Jahrhunderten unterschiedlichste kulinarische Einflüsse in die Region. So sind vielerorts Einflüsse aus den Niederlanden und Belgien deutlich spürbar. Aber auch Anklänge aus der benachbarten westfälischen Küche haben Einzug ins Rheinland gehalten.

Süß und sauer auf einem Teller macht lustig

Diese Vielfalt an kulinarischen Anregungen ist vermutlich eine der Grundlagen für das außergewöhnliche, weltoffene Zusammenspiel von sü., sauer und würzig, das viele rheinische Spezialitäten auszeichnet – ein „Quergeschmack“, wenn man so will. Der deftige rheinische Sauerbraten mit deutlich sauren und sü.en Komponenten in Verbindung mit aromatischen Gewürzen ist ein Paradebeispiel dafür. Viele Rheinländer verbinden den Geschmack dieses klassischen Sonntagsgerichts mit ihrer Kindheit.

Heute verwendet man häufig Rind, doch ursprünglich wurde der Braten mit Pferdefleisch zubereitet. Durch langes Einlegen in einer, auf Essig basierenden Beize wird das Fleisch so zart und mürbe, dass es auf der Zunge zergeht. Diese Marinade ist auch Grundlage für die säuerliche Soße, die im Rheinland traditionell mit Rosinen oder auch Lebkuchen verfeinert wird. Im Aachener Raum gibt es für diesen Zweck speziellen „Soßenkuchen“.

Dieser Klassiker der rheinischen Küche ist aus Konservierungsnot entstanden: Das Fleisch wurde in Essig eingelegt, um es länger haltbar zu machen. Wenn es dann allerdings verwendet werden sollte, war es oft zu sauer – und so kam es zur Beigabe von Rosinen, Zucker oder Lebkuchen. Die Tatsache, dass der Sauerbraten heute als typisch rheinländisches Gericht gilt, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Fleisch früher nur selten auf den Tisch kam.

Hering aber auch Miesmuscheln sind beliebt

Das Rheinland war überwiegend katholisch, und der starke Einfluss der Kirche spiegelt sich auch in der Küche wieder. Das Fastengebot führte dazu, dass häufig Fisch aufgetischt wurde. Den hatte man ja lange Zeit quasi „direkt vor der Haustür“. Diese Zeiten des Fischreichtums im Rhein sind zwar vorbei, die anhaltende Vorliebe für Fisch ist aber geblieben. Vor allem der Hering hat es den Rheinländern angetan.  Nach wie vor erfreut sich Heringsstipp, ein in Sahne eingelegter Hering, große Beliebtheit.

Der rheinische Heringssalat, der traditionell mit Roter Bete und gekochtem Rindfleisch zubereitet wird, ist ebenfalls ein echter Gaumenschaus. Auch verschiedene Miesmuschel-Gerichte zeugen davon, dass die niederländische Küste nicht weit entfernt ist und sind seit Jahrhunderten im ganzen Rheinland populär.

 

Was der Rheinländer alles aus seiner Lieblingsknolle, der Kartoffel, zaubert und wie er sie am liebsten mit dem süßsauren Apfel in Verbindung bringt, erklären wir in der neuen FOOD&FARM. Außerdem finden Sie darin interessante Adressen, wo Sie im Rheinland besonders gut essen, trinken und einkaufen können. Ein kleiner Vorgeschmack: 

 

ESSEN & TRINKEN

Brauerei Schumacher
Wer es deftig und gesellig mag, kommt im „Schumacher“ voll auf seine Kosten. Die Speisekarte des Düsseldorfer Wirtshauses bietet typische Brauhauskost und rheinische Spezialitäten. Und mit einem leckeren Alt schmecken „Halve Hahn“ und „Flönz“ gleich doppelt so gut.

www.schumacher-alt.de

Brauhaus Johann Schäfer
Das Brauhaus in der Kölner Südstadt serviert köstliche rheinische Gerichte. Es bezieht nahezu alle Produkte bei handwerklich arbeitenden Betrieben der Region. Tiere werden ganzheitlich verarbeitet, der Fisch stammt aus nachhaltigem Fischfang, gerne kommen alte Kartoffelsorten auf den Teller.

www.johann-schaefer.de

EINKAUFEN

Markt am Carlsplatz
Der südlich der Düsseldorfer Altstadt gelegene Carlsmarkt gilt als einer der besten Märkte Nordrhein-Westfalens. Wundern Sie sich also nicht, wenn Ihnen an einem der 60 Stände ein Sternekoch über den Weg läuft. Ein toller Ort zum Einkaufen oder Mittagessen.

www.carlsplatz-markt.de

Ökomarkt
Auf dem Ökomarkt findet man an fünf Tagen in der Woche und auf sechs verschiedenen Marktplätzen in Köln und Bonn frische Bio-Lebensmittel direkt vom Erzeuger.

www.oekomarkt.de

Bioland Apfelbacher
Das feldfrische Gemüse und Obst des Biolandbetriebs in der Nähe von Bonn wird neben anderen regionalen Produkten im Hofladen angeboten. Wer mag, kann sich ein Körbchen geben lassen und im Naturgarten selbst ernten. Schöne pädagogische Veranstaltungen für die ganze Familie zum Thema Bauernhof.

www.bioland-apfelbacher.de

ANSCHAUEN

Klefhof
Der Hof in Overath ist spezialisiert auf Bioland-Fleisch. Frisches Fleisch vom Weidelamm gibt es wieder im September und Oktober (vorbestellen!). Im Frühjahr findet der Verkauf seltener Jungpflanzen statt.

www.klefhof.de

Freilichtmuseum Lindlar
Das Museum stellt Handwerkstechniken und bäuerliches Leben des 19.õJahrhunderts vor. Das Gasthaus „Lingenbacher Hof“ verarbeitet Zutaten von Selbsterzeugern, Obst und Feldfrüchte aus eigener Ernte und Butter aus dem Holzfass.

www.freilichtmuseum-lindlar.lvr.de

 

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