Mein Obstjahr – wann, was ernten? | FOOD & FARM

Das Magazin
für Genießer
& Freizeit-Farmer!


Hier die aktuelle Ausgabe sichern! →

Ihre Meinung ist gefragt!

Jetzt an Umfrage teilnehmen! →
„Caspar Plautz“: Die Kartoffel-Revoluzzer
17. Februar 2020
Erholungsurlaub auf dem Bauernhof – wir waren vor Ort
17. Februar 2020

Mein Obstjahr – wann, was ernten?

Text: Katja Holler

Der Obstgenuss startet im April mit Rhabarber, steigert sich im Mai zu Erdbeer-Wonnen und schwingt sich ab Juni fast schon zur Völlerei auf mit Himbeeren, Johannisbeeren und Kirschen. Ab Juli kann man sich vor Köstlichkeiten kaum noch retten und freut sich über eine kurze Verschnaufpause Anfang August, die „nur“ Pfirsiche, Brombeeren oder Frühäpfel bietet, bevor es ab Ende August wieder losfruchtet mit Birnen, Pflaumen, Herbsthimbeeren und Äpfeln. Im Oktober verabschieden Minikiwis das Obstjahr.

Haben Sie vorgesorgt, „ernten“ Sie im Winter weiter – dann ist das Apfellager an der Reihe oder Ihre gut gefüllte Tiefkühltruhe. Wer einen großen Garten hat, dem fällt es naturgemäß leicht, sich ganzjährig mit Früchten zu versorgen. Auf weitläufigem Gelände finden alle Obstarten Platz. Zusätzlich können früh- und spätreifende Sorten kombiniert werden, um die Erntezeit weiter auszudehnen. Allerdings muss man bereit sein, im Sommer wöchentlich Marmelade oder Kompott einzumachen und im Herbst Äpfel und Birnen zum Entsaften zu fahren. Eine geräumige Tiefkühltruhe ist ebenfalls essenziell. Kulinarisch betrachtet, lohnt die Mühe unbedingt, meist hapert es allerdings an Zeit und Grundstücksgröße.

Beste Ernten in der Sonne

Mit geschickter Planung und Sortenwahl verfügen Sie aber auch auf kleinem Raum über einen Naschgarten, in dem es von April bis Oktober immer ein paar frische Früchte gibt. Für Müsli, etwas Blechkuchen und ein paar Marmeladengläser reichen wenige gut ausgewählte Sträucher und kleinwüchsige Obstbäume. In einem überschaubaren Gärtlein artet die Arbeit auch nicht zur Plackerei aus, zumal die meisten Obstarten robust und pflegeleicht sind. Sie gedeihen auf jedem durchschnittlich guten Gartenboden, der nicht staunass ist. Wichtig ist ein sonniger und warmer Platz, der möglichst von Spätfrösten verschont bleibt. Auch wenn Ihr Garten klein ist, pferchen Sie Büsche und Bäume nicht zu eng zusammen – schlecht besonnte Früchte bleiben sauer, Schädlinge und Krankheiten greifen an, wenn die Luft im engen Astgewirr nicht flott zirkuliert, die Pflege wird entsprechend unangenehm. Weniger ist mehr!

 

Eine Tabelle im aktuellen Heft FOOD & FARM zeigt Ihnen, wann welche Obstsorten reif zum Naschen sind. 

 

Die Tabelle zeigt: man braucht gar nicht so viele unterschiedliche Arten, um das ganze Jahr über ernten zu können. Wer von seinem Lieblingsobst frühe und späte Sorten pflanzt, hat den knappen Platz optimal ausgenutzt.

Fruchtiges aus dem Beet

Erdbeeren brauchen ein vollsonniges Beet mit humoser, nährstoffhaltiger Erde, die im Idealfall leicht sauer ist. Spätestens alle drei Jahre legt man ein neues Beet mit frischen Setzlingen an. Denn Erdbeeren wollen wandern, dazu bilden sie nach der Ernte die vielen Ausläufer. Jüngere Pflanzen tragen mehr und größere Früchte und sie bleiben gesünder. Wichtig ist, dass die Erdbeeren frühestens alle vier Jahre auf dasselbe Beet zurückkehren, damit sich keine Wurzelkrankheiten in der Erde festsetzen. Achten Sie beim Kauf auf gesunde, kräftige Jungpflanzen mit makellosen Blättern.

Wer das Besondere liebt, ergänzt die modernen, ertragreichen Züchtungen mit alten Sorten: Die spätreife „Mieze Schindler“ begeistert mit Walderdbeeraroma, liefert aber nur kleine Erträge und braucht einen Befruchter, am besten die altbewährte „Senga Sengana“. Mehrfachtragende Sorten wie „Mara de Bois“ liefern eine zweite kleinere Ernte von Spätsommer bis Frühherbst und verlängern das Erbeeren-Naschen.

Mit dem Rhabarber startet das Obstjahr. Im April können Sie die ersten saftigen Stiele vorsichtig von der Pflanze abdrehen. Wer es ganz eilig hat und ein bis zwei Wochen früher ernten möchte, stülpt ab März eine Wachstumshaube aus Glas oder Kunststoff, einen Tontopf oder Eimer über die dicken Rhabarberknospen. Im Juni wird die Ernte beendet und die Blätter dürfen wachsen, damit die Stauden nicht zu viel Kraft verlieren. Nur Sorten, die sehr wenig Oxalsäure enthalten und stets neue Blätter bilden, kann man bis in den Sommer hinein pflücken. Rhabarber steht jahrelang am gleichen Platz und verträgt Halbschatten. Geben Sie jeder Staude 80 x 80 cm Platz. Sie passt gut an den Rand des Gemüsegartens, gedeiht aber auch im Halbschatten des Geräteschuppens oder in einer Gartenecke, solange der Boden gut mit Humus und Kompost versorgt ist.

 

Weitere Infos zu Ihrem optimalen Obstjahr, alles über Beerenstauden und schließlich auch Obstbäume, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von FOOD & FARM. Außerdem informieren wir, welche Obstpflanzen einen Partner zur Befruchtung brauchen.