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Regionale Produkte per Lieferdienst – der Lammertzhof

Text: Christian Stede

Einkaufen ist nicht immer eine Freude. Wer berufstätig ist, kommt entweder nur nach der Arbeit oder samstags dazu, wenn die Parkplätze der Supermärkte schon überfüllt sind. Hat man endlich einen Stellplatz gefunden, beginnt drinnen der Kampf um einen freien Einkaufswagen. Vom Schlangestehen an der Theke und Kasse ganz zu schweigen. Verständlich, dass viele dieses Prozedere als eine lästige, aber doch notwendige Tortur empfinden und davon gestresst nach Hause zurückkehren.

Aber es geht auch anders. Zum Beispiel mit der Gemüsekiste des Lammertzhofes in Kaarst, den Heinrich Hannen seit nunmehr 30 Jahren betreibt. In einem Rhythmus, den die Kunden selbst festlegen können, bekommen sie eine Auswahl überwiegend regionaler Bioprodukte nach Hause geliefert. „Die Bestellung dafür muss man nur einmal aufgeben. Anschließend erhält unser Abonnent seine Lieferung regelmäßig und in einer kontinuierlich wechselnden Zusammensetzung – so lange, bis er den Zyklus unterbricht oder ändert“, erklärt Hannen sein Konzept. Das in den Kisten enthaltene Obst und Gemüse stammt größtenteils vom Lammertzhof selbst oder von anderen Bio-Höfen in der Nähe.

Der Anteil ausländischer Ware ist dabei auf ein absolutes Minimum reduziert und betrifft in erster Linie Sorten, die ohnehin nicht in hiesigen Gefilden wachsen. Flugware gibt es nicht. Wer mag, kann bei der Kistenbestellung jederzeit weitere Lebensmittel, Getränke und Gebrauchsartikel wie Kosmetika online hinzufügen. Die Abo-Pakete kosten je nach Größe und Zusammensetzung zwischen sechs und 15 Euro. Da jede Kiste grammgenau gewogen wird, sind kleine Schwankungen beim Preis möglich.

Kompromisslos in der Qualität

Damit die 2.000 Kunden, die der Lammertzhof mittlerweile hat, regelmäßig ihre Ware bekommen, ist ein hoher logistischer Aufwand nötig. Hannen schätzt den Kundenkontakt sehr und hat mit den Jahren gelernt, dass ihm die Kunden auch schon einmal Fehler verzeihen: „Natürlich geht bei uns auch mal was schief, und wir können nicht garantieren, dass jedes Produkt absolut perfekt beim Kunden ankommt. Viele sind aber ohnehin schon Jahre dabei und wissen, dass es eher ein Ausrutscherist, wenn ein Salat mal nicht so toll aussieht.“

Frisch ist die Ware dennoch stets, da machen die Betreiber keine Kompromisse. Es liegt überdies in der Natur der Sache, dass diese nicht unbegrenzt verfügbar ist. Würde Hannen für den Versand an seine Kunden etwa Kohlrabi einplanen, sich dann aber kurzfristig herausstellen, dass es so viel frische Ware derzeit nicht gibt, nimmt er das Gemüse aus dem Abo-Angebot wieder heraus und platziert es stattdessen im Online-Shop. Dort bliebe Kohlrabi zumindest weiterhin für jeden bestellbar, der unbedingt möchte.

Das Biokisten-System a la Lammertzhof ist mittlerweile in ganz Deutschland populär. Das ist gut für die Verbraucher, denn egal wo dieser wohnt, kann er nahezu immer einen geeigneten Lieferdienst in seiner Region finden. Hannen warnt jedoch vor Eintagsfliegen, wie sie bei ihm vor einigen Jahren sogar für einen temporären Schwund der Klientel gesorgt haben. Ein Lieferdienst aus den Niederlanden hatte darauf gesetzt, ein Bio-Image mit E-Autos zu verbreiten.

Solche Art Fahrzeuge waren für den Kaarster Bio-Landwirt lange keine Option. „Wir werden die Infrastruktur so ändern, dass unsere E-Autos, die wir ab nächstem Jahr einsetzen, statt mit Braunkohle- mit Ökostrom fahren“, sagt er. Zusätzlich dazu setzt Hannen für die Auslieferung schon seit Längerem auch drei Lastenräder ein, um der Abhängigkeit von Dieselkraftsto zu entgehen.

Tipp: So funktioniert das Abomodell vom Lammertzhof

Der Lammertzhof liegt im Kaarster Stadtteil Büttgen, unweit von Neuss und Düsseldorf. Das Liefergebiet reicht im Osten bis zur Autobahn A3. Und wer nicht im Umkreis wohnt? Kann unter oekokiste.de bundesweit nach PLZ-Gebiet checken, ob ihn ein anderer Landwirt in der Nähe beliefern kann. Das Bestellen der Biokisten ist unproblematisch, je nach Wohnort trifft die Lieferung an einem bestimmten Wochentag ein. Lieferpausen für die Abonnenten sind jederzeit möglich, es gibt keine feste Vertragslaufzeit oder dergleichen. Produkte: Es stehen sechs Pakete (zum Beispiel „Regional“, „Mutter und Kind“) zur Auswahl, die mit Zusatzpaketen (Käse, Brot, Eier) ergänzt werden können.

Mehr Infos: lammertzhof.de und oekokiste.de

 

Wie Heinrich Hannen seine Kunden über die genaue Herkunft der Waren aufklärt und welche besonderen Zusatzangebote er ihnen macht, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von FOOD & FARM.