Die Erdbeere – eine fruchtig-süße Warenkunde | FOOD & FARM

Das Magazin
für Genießer
& Freizeit-Farmer!


Hier die aktuelle Ausgabe sichern! →

Ihre Meinung ist gefragt!

Jetzt an Umfrage teilnehmen! →
Reportage auf dem Obsthof Schneiders am 17.03.2020 in Bonn für das Food and Farm Magazin. Foto: DANIEL ELKE
Wo die süßesten Früchte hängen – Besuch auf dem Obsthof Schneider
29. April 2020
PR-P1050929_2 Kopie
Wildkräuter sammeln – Vitamine vom Wegesrand auf den Teller
29. April 2020

Die Erdbeere – eine fruchtig-süße Warenkunde

wicker basket with juicy strawberry on wood background

wicker basket with juicy strawberry on wood background

Autorin: Agnes Prus

Endlich ist sie da, die hübsche Frühsommerbotin, von der wir pro Jahr und Kopf um die drei Kilogramm essen: die Erdbeere. Hübsch anzusehen, aus edlem Hause stammend und voller Tugenden trägt die Erdbeere mit Fug und Recht den Titel „Königin der Früchte“. In Deutschland gibt es rund eintausend Sorten, darunter rundliche, ovale oder spitz zulaufende, hell- bis dunkelrote und sogar weiße Exemplare.

Besonders lieblich und aromatisch sind die zarten Walderdbeeren, die durch ihre Seltenheit besonders zauberhaft wirken. Diese standen schon in der Steinzeit auf dem Speiseplan, wohingegen die Erdbeere, wie wir sie kennen, erst im 18. Jahrhundert gezüchtet wurde. Der französische Seeozier Frézier brachte 1712 aus Südamerika wilde Erdbeerpflanzen mit größeren, fleischigeren und saftigeren Früchten als die der zierlichen Walderdbeere nach Hause. Durch Kreuzungen verschiedener Wildformen entstand einige Jahre später in den Niederlanden unsere heutige Gartenerdbeere.

Eigentlich ist „Beere“ nicht ganz korrekt

Streng genommen ist die Bezeichnung „Beere“ botanisch nicht ganz korrekt, denn die Erdbeere zählt zu den Sammelnussfrüchten und diese gehören zur Familie der königlichen Rosengewächse. Die kleinen gelben Kernchen an der Oberfläche der Erdbeere sind die eigentlichen Früchte, die sogenannten „Nüsschen“, der Pflanze. Der rote Teil ist der Blütenboden, also im Grunde nur der Träger – aber ein superleckerer!

In der Regel beginnt die Erdbeersaison bei uns im Mai und endet im August. Durch unterschiedliche Anbaumethoden wird die Ernte zwar zumeist über den normalen Zeitraum verlängert. Es lohnt sich aber abzuwarten, bis die Saison wirklich beginnt, um dann Erdbeeren aus regionalem Anbau zu wählen. Diese Früchte sind an der Pflanze ausgereift und können so ihr Aroma voll ausbilden, während importierte Beeren, die bereits Anfang des Jahres in Supermärkten erhältlich sind, meist unter Folie in riesigen Monokulturen reifen und oft stark mit Pestiziden belastet sind – von den negativen Folgen langer Transportwege ganz zu schweigen.

Am besten schmecken selbst gepflückte Erdbeeren

Am besten schmecken ohnehin sonnenwarme, selbst gepflückte Erdbeeren, und zwar direkt vom Strauch in den Mund. Wer nicht selbst anbaut, findet landesweit auf zahlreichen Erdbeerfeldern, auf denen man selbst ernten kann, das Glück. Und das Beste: Auf den meisten Feldern ist Naschen ausdrücklich erlaubt. Wählen Sie für die Ernte ein Feld, das nicht direkt an einer viel befahrenen Straße liegt, und einen trockenen Tag, denn nass gepflückte Erdbeeren sind kürzer haltbar und haben weniger Aroma.

Denken Sie außerdem an ein Gefäß, am besten einen flachen Korb; in zu tiefen Behältern werden die empfindlichen Früchte zusammengedrückt. Suchen Sie rote, ausgereifte, duftende Früchte, denn Erdbeeren reifen nicht nach. Selbst wenn sie etwas röter werden, der Zuckergehalt erhöht sich nur, solange die Frucht am Strauch hängt. Besonders große Exemplare sind oft hohl und schmecken wässrig, kleine dunkle Sorten dagegen haben meist ein intensiveres Aroma. Ziehen Sie die Erdbeeren zusammen mit den Kelchblättern und einem Stück Stiel von der Pflanze, damit der Saft nicht ausläuft, auch das verlängert die Haltbarkeit.

 

Wie Sie Erdbeeren am besten zu Hause verarbeiten, wie Sie sie lagern sollten und welche Sorten sich für den Anbau im eigenen Garten eignen, erfahren Sie in der aktuellen FOOD & FARM. Außerdem verraten wir Ihnen, welche unsere Lieblingssorten sind und warum.