Frisch vom Feld – Einkauf im Hofladen | FOOD & FARM

Das Magazin
für Genießer
& Freizeit-Farmer!


Hier die aktuelle Ausgabe sichern! →

Ihre Meinung ist gefragt!

Jetzt an Umfrage teilnehmen! →
Gemüsekiste mit me Logo _groß Kopie
Acker für alle – jetzt Gartenfläche mieten
24. Juni 2020
Gros plan de bourdon
Hallo, Helfer! Nützlinge im Garten fördern
24. Juni 2020

Frisch vom Feld – Einkauf im Hofladen

3 Kopie

Nie ist der Einkaufskorb so gut gefüllt mit Waren, frisch und bunt vom Feld, wie im Juli und August. Verschiedene Salate, Kohlrabi, Blumenkohl, Romanesco, Brokkoli, bunte Möhren, Rote und Gelbe Bete, Tomaten in allen nur erdenklichen Farben, Erbsen und Bohnen – die Liste ließe sich fast unendlich fortsetzen. In diesen Tagen kann Landwirt Peter Zens im wahrsten Sinne aus dem Vollen schöpfen. Allein 30 Kulturen wachsen auf seinen Feldern.

Auch Rübstil, ein lange in Vergessenheit geratenes Gemüse. Im rheinischen Hürth betreibt der 42-Jährige in dritter Generation den Gertrudenhof. Ein Paradies für Städter, denn dort können sie nicht nur Gemüse und Obst frisch vom Feld kaufen, sondern zum Teil auch direkt vor Ort verspeisen. Und wer möchte, kann dem Bauern beim Ernten über die Schulter schauen. Der Gertrudenhof ist das, was man heute einen Erlebnisbauernhof nennt.

Landwirtschaft erleben – auf dem Gertrudenhof

Umrahmt von weiten Feldern, entdeckt man schon beim Einfahren auf den Parkplatz, dass es hier um mehr geht als nur um einen profanen Einkauf. Zens will seinen Kunden Landwirtschaft lebhaft vor Augen führen, ihnen zeigen, woher die Lebensmittel stammen, wie sie angebaut und geerntet werden. Auch deshalb liegt sein Bauernmarkt, wie er seinen Laden nennt, inmitten seiner Felder.

Direkt neben dem Hofgebäude fällt die von seinem Großvater angelegte Streuobstwiese mit altem Baumbestand ins Auge. Ziegen, Kühe, Schafe und andere Nutztiere grasen friedlich im Schatten der Bäume. „Das ist unser Gnadenhof“, erklärt Zens.

Tiere waren zwar nie ein Wirtschaftszweig des Gertrudenhofes, aber für Familien mit kleinen Kindern ist es immer wieder ein Erlebnis, einen Nachmittag auf dem Hof zu verbringen, die Tiere zu streicheln oder zu füttern. Deshalb hat Zens sich vor einigen Jahren eine Art Streichelzoo angelegt. Während die Eltern in Ruhe einkaufen, können die Kinder die Tiere beobachten.

Vielfalt statt Einfalt ist das Motto des Landwirts

Die Tiere sind Beiwerk; das Obst und Gemüse, die Milchprodukte, Eier und Fleisch, die er von Partnerbetrieben aus der Region erhält, seine Leidenschaft. Den Hof hat er stark vergrößert und die Art der Landwirtschaft verändert. Zens will in den nächsten Jahren auf biologische Landwirtschaft umstellen. Und schon jetzt nutzt er die Vielfalt, die der Gemüseanbau bietet, um seine Felder möglichst schonend zu bewirtschaften. Zens hat nämlich eine Vision, und die lässt sich am besten mit einem einzigen Wort perfekt auf den Punkt bringen – Nachhaltigkeit.

„Gedüngt wird nur so viel wie nötig. Dafür setze ich auf Fruchfolgen und Blühstreifen zwischen den Feldern sowie Zwischenfrüchte. Wir machen uns Gedanken, wie wir einen Naturraum schaffen und vor allem erhalten können“, sagt Zens. Das Ergebnis kann man eigentlich das ganze Jahr über in seinem Hofladen sehen, doch gerade jetzt im Juli und August ist die Auswahl besonders groß.

Dem Landwirt geht es um Vielfalt in jeder Hinsicht. Auf dem Feld, aber auch in seinem Hofladen. Da ist eine Tomate nicht einfach nur rot und rund oder vielleicht noch oval. Einige haben Wellen und wirken eher wie Kürbisse. Andere sind so dunkel und sehen eher wie eine Aubergine aus. Zens schnappt sich ein paar der Früchte und würfelt die Farben zusammen. „Es geht doch nichts über einen bunten Salatteller. Das Auge isst schließlich mit“, meint Zens. Und frisch vom Feld schmeckten sie noch mal so gut.

„Bei uns reifen die Tomaten auf dem Feld. Diesen Reifeprozess schmeckt man“, weiß er. Hinzu komme, dass er grundsätzlich nicht auf besonders ertragreiche Sorten, sondern auf Geschmack setze. An heißen Sommertagen mag er seine Tomaten am liebsten als kalte Gemüsesuppe – bunt zusammengewürfelt, aber auch als einfachen Salat. Oder zu Ketchup verarbeitet. Ideen hat Peter Zens viele. Auch für die Nutzung seiner Gemüsesorten.

Ein Herz für krummes Gemüse

Dieser Besuch auf dem Hof macht hungrig, so viel steht fest. Ins Auge fallen vielleicht auch deshalb die prall gefüllten Körbe und Regale mit Kartoffeln. Die einen sind winzig klein, die anderen besonders groß, einige haben außergewöhnliche Formen. „Bei uns auf dem Hof wird nichts weggeschmissen, das nicht der Norm entspricht“, erklärt Zens und geht ein Stück weiter. Er zeigt auf einen Korb voll krummer Gurken. „Die würden es nie in den Supermarkt schaffen, sondern müssten entsorgt werden. Dabei schmecken sie genauso gut.“

Gleiches gilt für winzig kleine Erdbeeren, Kohlrabi, die nicht kugelrund, sondern fast oval, manche sogar sehr lang gewachsen sind – sie schaffen es in den Laden von Peter Zens. Sein Bauernmarkt präsentiert diese urigen Gewächse auf einer gesonderten Fläche, und seine Kunden greifen zu, auch weil der Preis niedriger ist und sie wissen, dass das Gemüse genauso schmackhaft ist wie normal gewachsenes.

(…)

 

5 Tipps vom Gemüseprofi

Peter Zens, selbst leidenschaftlicher Koch, weiß, wie man Gemüse und Obst verarbeiten kann.

RESTE NIE WEGWERFEN: Wurzelgemüse lässt sich wunderbar mischen und zu einem leckeren Ofengemüse verarbeiten.

KREATIV WERDEN: Warum sollte Blumenkohl immer nur gekocht werden? Als Salat, mit Öl und Essig zubereitet, ist er genauso lecker.

WEICHE TOMATEN: Nicht wegwerfen, rät Zens. Daraus lässt sich noch eine Soße oder Saft zubereiten.

GEMÜSEBRÜHE: Aus Schalen und Blättern lässt sich eine Gemüsebrühe kochen.

GUTE MISCHUNG: Romanesco, Blumenkohl und Brokkoli bilden ein schmackhaftes Trio.

 

Sommerrezept vom Gertrudenhof: Tomaten-Blätterteig-Törtchen

 

Tomaten-Blätterteig-Törtchen. Foto: Gertrudenhof

 

FÜR 4 PERSONEN

ZUBEREITUNGSZEIT CA. 40 MIN., BACKZEIT 25 MIN.

350 g Blätterteig etwa 4 mm dick ausrollen. 12 Kreise ausschneiden (etwas größer als die

Mulden im Muffin-Backblech). Backblech mit etwas Öl auspinseln, Teigkreise in die Mulden

legen, einen kleinen Rand formen und leicht andrücken. 300 g Frischkäse, 1 Knoblauchzehe

(fein gehackt), 1 EL frisch gehackter Thymian mit 2 Eiern und 80 g Parmesan glatt rühren.

Mit 1 Spritzer Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken. Masse auf den Teig geben, z.B.

mit einem Spritzbeutel. 2–3 Tomaten waschen, Stielansatz entfernen und in Scheiben

schneiden. Die Törtchen mit einer passenden Tomatenscheibe belegen. 1 EL frisch gehackten

Thymian mit Öl vermischen, würzen und über die Tomatenscheiben träufeln. Nun im

vorgeheizten Backofen bei 200 °C ca. 25 Min. goldbraun backen. Das Blech kurz abkühlen

lassen und die Törtchen vorsichtig herauslösen.

TIPP VON LANDWIRT PETER ZENS: Am besten schmecken die Törtchen, wenn sie noch heiß oder lauwarm sind.

 

Mehr über Landwirt Peter Zens und seinen spannenden Betrieb sowie weitere schmackhafte Rezepte mit Bohnen oder Zwetschgen und sinnvolle Tipps für die Lagerung von Obst und Gemüse gibt es in der neuen FOOD&FARM. Jetzt bestellen!