Chilipflanzen ganz einfach überwintern | FOOD & FARM

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Chilipflanzen ganz einfach überwintern

Pärnumaa, 24.07.2019 Chilli plants in Metste farm, Pärnumaa, Estonia. Farmer Katrin Pärn. Pärnumaa Estonia PUBLICATIONxNOTxINxESTxLATxLTU Copyright: xMailiisxOllinox Metste talu

Pärnumaa, 24.07.2019 Chilli plants in Metste farm, Pärnumaa, Estonia. Farmer Katrin Pärn. Pärnumaa Estonia PUBLICATIONxNOTxINxESTxLATxLTU Copyright: xMailiisxOllinox Metste talu

Wenn Sie die scharfen Schoten am liebsten frisch ins Essen schneiden, sollten Sie sich jetzt ein oder zwei Pflanzen ins Haus holen. Alle Chilisorten lassen sich überwintern, wenn man sie liebevoll betreut. 

Autorin: Katja Holler

Die kleinen Pflanzen mit den höllisch würzigen Früchten stammen aus Mittel- und Südamerika. Kein Wunder, dass sie nasse Kälte schlecht und Frost gar nicht vertragen. Deshalb säen die meisten Gärtner ihre schönen Scharfmacher jedes Jahr neu aus. Im Prinzip könnten aber sämtliche Chilis jahrelang leben, auch wenn sie auf botanisch Capsicum annuum, also „einjährige“ heißen. Die Tropenkinder müssen dazu allerdings frostfrei im Haus überwintert werden.

Der Aufwand ist nicht unbedingt gering – lohnt sich aber

Wer es schon einmal versucht hat, erinnert sich vielleicht an Elendsgestalten mit gelblich-schütterem Laub. Andere Gärtner schwärmen dagegen von ihren seit Jahren üppig sprießenden Sträuchern, die den ganzen Sommer über Früchte tragen. „Alles richtig gemacht!“, möchte man ihnen zurufen, denn die Pflanzen zu überwintern zählt zur Kür des Chilikenners und -könners.

Aber bevor Sie sich die Arbeit machen und sonnige Fensterbänke freiräumen, sollten Sie überlegen, ob sich der Aufwand für Sie lohnt. Wenn Sie jedes Jahr neue Pflänzchen beim Gärtner kaufen, brauchen Sie sich die Mühe nicht unbedingt zu machen. Die kräftigen vorgezogenen Exemplare fruchten früh genug und bringen meist üppige Ernten. Allerdings finden waschechte Chililiebhaber nur selten die originellen Sorten im Handel, die sie ausprobieren möchten. Oft sind die Pflanzen in konventionellen Gärtnereien sogar Hybrid- Züchtungen und lassen sich nicht weiter vermehren.

Besondere Chili-Schärfe das ganze Jahr über

Wenn Sie also besondere Chilisorten suchen, müssen Sie Saatgut kaufen und die Scharfmacher selber aussäen. In diesem Fall ist die Überwinterung durchaus empfehlenswert. Rund ums Jahr Frische Schoten, vor allem die der Capsicum-annuum-Sorten, sind viel aromatischer als die getrockneten. Die Schärfe ist bei beiden allerdings etwa gleich. Aber selbst, wenn Sie Ihre Pflanzen zeitig im März aussäen, ihnen beste Bedingungen bieten und es so heiß ist wie in diesem Jahr, werden Sie vor Ende Juli keine reifen Schoten in die Küche tragen. Mehr als ein halbes Jahr ohne frische Würze? Für eingefleischte Chili-Adepten beinahe nicht auszuhalten!

Freunde des feurigen Vergnügens sollten deshalb auf jeden Fall einige Pflanzen durch die kalte Jahreszeit bringen. Die überwinterten haben einen großen Wachstumsvorsprung und fruchten viel früher als die neu ausgesäten Pflanzen. Da alle Chilis bis zum Frost durchblühen, fällt die Ernte der älteren besonders üppig aus. Allerdings lässt die Wüchsigkeit und die Fruchtfreude der meisten Sorten mit den Jahren nach. Die größten Schotenquoten dürfen Sie erwarten, wenn Sie einige überwintern, also zwei Jahre lang anbauen, und gleichzeitig im März neue Pflanzen aus Samen heranziehen.

Ab in den Winterschlaf, liebe Tropenkinder

Chilis vertragen auf Dauer keine Temperaturen unter 10 ° C. Wer seine Tropenkinder überwintern möchte, sollte nicht warten, bis sie sich ernsthaft verkühlt haben. Dann stoppt ihr Wachstum, die Blätter vergilben, manchmal verschimmeln die Triebspitzen. Außerdem beginnen die Wurzeln zu faulen, und das ist der sichere Tod der Pflanze. Zuerst holen Sie die Capsicum-chinensis-Sorten wie ‚Habanero‘, ‚Naga Jolokia‘, ‚Scotch Bonnet‘ ins Haus. Diese schärfsten aller Chilis sind auch die wärmebedürftigsten, bereits ab 13 °C verlieren sie alle Blätter.

Am kältefestesten sind die großen, robusten Rocoto oder Baumchilis (Capsicum pubescens), die aus dem Hochland Mexikos stammen. Sie halten Temperaturen um 8 °C aus. Das Kuschelbedürfnis aller anderen Chili-Arten liegt irgendwo dazwischen. Eine Woche, bevor es in Richtung Winterquartier gehen soll, ernten Sie alle Früchte, die gut ausgefärbt sind. Schneiden Sie die Pflanzen um ein Drittel zurück und hängen Sie die Triebe, die noch grüne Chilis tragen, luftig im Zimmer auf, damit die Früchte nachreifen.

(…)

 

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