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Sächsisches Elbland: Deftig, süß und lecker

Elbtal Bosel Spaargebirge Weinanbau - Meißen, Dresden, Sachsen

Von Deftig-Nahrhaftem über feine Kaffeehauskultur bis hin zu ausgesuchten Weinraritäten: Entlang der Elbe liegen Perlen, die dem Besucher dieser Region bieten, was auch immer das Genießerherz begehrt. So vielfältig isst … das Sächsische Elbland

Autorin: Conny Laue

Gemütlich fließt die Oberelbe, aus dem Nachbarland Tschechien kommend, durch die Sächsische Schweiz, um bald darauf auf Sachsens Landeshauptstadt Dresden und die Region zu treffen, in die unsere kleine Genussreise dieses Mal geht. Der namensgebende Fluss durchmisst das Sächsische Elbland in voller Länge zwischen den Städten Dresden im Südosten und Torgau im Nordwesten. Dazwischen liegen wie an einer Schnur aufgezogen Städte wie Meißen, Riesa, Radebeul, Coswig oder Moritzburg.

Die Region ist reich an einzigartigen Naturlandschaften, die erradelt und erwandert werden können. Für ein fast mediterranes Klima sorgen zahllose Sonnenstunden. Zudem finden sich hier reichlich Rezepte, die das Genießerherz höherschlagen lassen. Dabei gibt es „die eine“ sächsische Küche nicht. Die traditionellen Rezepte unterlagen verschiedensten Einflüssen: So würzen die thüringische, die sorbische, die schlesische und die böhmische Küche den Speiseplan.

Kriege, Notzeiten und entbehrungsreiche Arbeit gaben außerdem ihr Salz in die sächsische Suppe. Not macht erfinderisch, weshalb es nicht verwundert, dass die heimische Küche zwar einfach, aber immer schon einfallsreich und schmackhaft war. Aus dem, was Hof, Feld und Garten hergaben, wurde Nahrhaftes gezaubert, aus den Resten Neues kreiert. Das hat bis heute Bestand.

Der Elbländer liebt die Feldfrucht

Die Hänge des Elbtales und die auf den Kuppen angrenzenden Löss-Lehm- Gebiete sorgen auch heute noch für hohe landwirtschaftliche Erträge. Neben Weizen, Gerste, Hülsenfrüchten, Obst, Gemüse und Wein gedeihen Kartoffeln besonders gut. Der Elbländer liebt die Feldfrucht, und hat sie in allerlei Rezepten unsterblich gemacht. Angefangen bei einfachsten Arme-Leute-Essen wie Pellkartoffeln mit Quark, Leinöl und Leberwurst über nahrhafte Quarkkeulchen mit Zimt-Zucker und Apfelmus, saure Kartoffelstücke, deftige Kartoffelsuppen bis hin zu den festtäglichen Wickelklößen. Auch übriggebliebener Stollenteig wird zusammen mit gekochten Kartoffeln und reichlich Butter-Zucker-Zimt-Guss zu einem Blechkuchen, der an Kaloriengehalt seinesgleichen sucht.

Das Meißener Land gilt als die Wiege Sachsens und die des Weinanbaus in der Region. Laut Überlieferung ist hier die Weinkultivierung bereits seit 929 belegt. Mit rund 500 Hektar gehört Sachsen zu den kleinsten Weinanbaugebieten in Deutschland. Hauptsächlich werden Weißweine wie Müller-Thurgau, Riesling oder Weißburgunder angebaut. Dabei ist die Winzergenossenschaft Meißen der größte Erzeuger. Der Wein fühlt sich besonders linkselbisch pudelwohl. Dem besonderen Mikroklima und der Geduld der Weinbauern sei Dank: manche Rarität wie den – nur noch in Sachsen kultivierten – Goldriesling wird der Weinkenner hier finden.

Entlang der Sächsischen Weinstraße oder des Weinwanderweges laden barocke Weingüter, traditionelle Weinlokale und urige Staußenwirtschaften zur gemütlichen Einkehr ein. Schön deftig zum Wein ist die „Fettbemme“: eine Scheibe frisch gebackenes Roggenbrot mit hausgemachtem Schweineschmalz, gewürzt mit Zwiebeln, Äpfeln, Pfeer, Salz und Majoran.

Das alte Meißener Schwein ist hier zu Hause

Die Nutztierzucht hat im Sächsischen Elbland große Bedeutung, wobei die Haltung von Rindern seit einigen Jahren – meist bedingt durch anhaltende Futternot infolge von Dürren – zurückgeht. Die Aufzucht von Schweinen hat nach wie vor ein hohes Niveau. Das alte Meißener Schwein, im Gebiet „Lommatzscher Pflege“ heimisch, war lange Zeit verschwunden. Ein Verein sorgt seit einigen Jahren dafür, dass die Zucht unter strengen Auflagen weitergeführt wird: Mit Futter aus der Umgebung wachsen die Tiere langsam und artgerecht auf, das feine Fleisch wird ausschließlich regional vermarktet. In umliegenden Gaststuben findet sich das Meißener Schwein in köstlichen Gerichten wieder: im Sächsischen Schweinebraten, im Wiegebraten, in den Sächsischen Krautwickeln oder auf der Sächsischen Schlachtplatte. Festtagsgerichte, wie es sie in bäuerlichen Küchen nur selten gab.

Die „Lommatzscher Pflege“, nordwestlich von Meißen gelegen, gilt darüber hinaus als einer der fruchtbarsten Landstriche Deutschlands, oft wird sie als Kornkammer Sachsens bezeichnet. Auch Obst wächst hervorragend auf den reichen Böden. Streuobstwiesen, früher zu jedem Gehöft gehörend, um die Familie mit frischem Obst oder mit dem Erlös des verkauften Obstes zu versorgen, aber auch professionell betriebene Plantagen säumen den Weg. Hauptsächlich werden Äpfel angebaut – Sachsen ist der drittgrößte Apfelproduzent Deutschlands. Auch Kirschen, Birnen, Erdbeeren, Pflaumen oder Aprikosen gibt es reichlich.

(…)

Spannende Hintergründe zur Kaffeehauskultur im Sächsischen Elbland sowie regionale Spezialitäten aus Wald und Wasser finden Sie in der aktuellen Ausgabe von FOOD&FARM. Außerdem empfehlen wir Ihnen darin feine Rezepte zum Nachkochen: Sächsische Quarkkeulchen und Sächsische Krautwickel. Jetzt Heft bestellen!